Zur Ausgabe
Artikel 42 / 117
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

HYPOVEREINSBANK Ohrfeige für Vorstandschef Schmidt

aus DER SPIEGEL 32/2001

Laut einem Urteil des Oberlandesgerichts München ist die Entlastung des HypoVereinsbank-Vorstands für 1999 nichtig. Vorstandschef Albrecht Schmidt habe »die Rechte der Aktionäre verletzt«, so der Vorsitzende Richter Fritz Goller. In der Hauptversammlung im Mai 2000 hatte Schmidt wesentliche Fragen zum Geschäftsbericht nicht beantwortet. Der Ex-Vorstand der 1998 in der HypoVereinsbank aufgegangenen Hypo-Bank, Hans Fey, wollte unter anderem wissen, wie sich die Wertberichtigungen des Instituts von 2,5 Milliarden Euro auf die ehemalige Vereinsbank und die ehemalige Hypobank verteilen. Nach Ansicht der Richter hätte Schmidt die Summen »zumindest der Größenordnung nach« beziffern müssen. Mittlerweile hat der Bankchef eingeräumt, dass ein Viertel der Wertberichtigungen aus der Vereinsbank stammte. Juristen werten das Urteil als richtungweisend: »Künftig müssen Vorstände auch Fragen kleinerer Aktionäre beantworten, sonst droht ihnen eine deutliche Niederlage vor Gericht«, sagt der Tübinger Aktionärsanwalt Andreas W. Tilp. Die HypoVereinsbank will gegen die Entscheidung Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.

Mehr lesen über
Zur Ausgabe
Artikel 42 / 117
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.