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Deutsche Vermögenswerte in Dubai Scholz kauft Steuerdaten von anonymem Informanten

Zwei Millionen Euro hat das Finanzministerium nach SPIEGEL-Informationen für brisante Informationen über mögliche Steuersünder gezahlt. Dabei geht es unter anderem um Immobilien im Emirat Dubai.
aus DER SPIEGEL 24/2021
Künstliche Insel Palm Jumeirah in Dubai

Künstliche Insel Palm Jumeirah in Dubai

Foto: Bachir Moukarzel / Amazing Aerial Agency / INTERFOTO

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat erstmals durch das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) Daten ankaufen lassen, um massenhaften Steuerbetrug aufzudecken. Dabei handelt es sich um umfassende Informationen über Vermögenswerte in Dubai.

Betroffen sind Millionen Steuerpflichtige, darunter etliche tausend Deutsche, die unter anderem über Grundstücke und Immobilien in dem Golfemirat verfügen. Scholz verspricht sich von dem Kauf, länderübergreifende Steuerstraftaten von erheblichem Ausmaß aufzudecken.

Zwei Millionen Euro für brisante Daten

Die Daten lieferten Erkenntnisse über Vermögenswerte, die in Dubai vor dem Zugriff des Fiskus versteckt worden seien, heißt es im Ministerium. Neben der Aufklärung von Straftaten stellten die Daten zudem sicher, dass bei grenzüberschreitenden Geschäften die Steuerbehörden vollständige Einsicht bekämen. So würden Einnahmeausfälle vermieden.

Aus: DER SPIEGEL 24/2021

Illustration: Maren Amini für DER SPIEGEL

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Angeboten wurden die Daten von einem anonymen Informanten, der Ankauf kostete das BZSt rund zwei Millionen Euro. Nach der geheimen Übergabe des Materials liegen die Daten derzeit bei der Bonner Behörde. Nächste Woche werde sie an die Finanzverwaltungen der Länder übergeben, damit diese steuerstrafrechtliche Aspekte prüfen und bei Bedarf Ermittlungen einleiten. Bisher hatten nur Bundesländer Steuerdaten gekauft, das Vorgehen gilt als umstritten.

rei
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