Online-Broker Fimatex hat Interesse an Consors

Möglicherweise hat sich ein Käufer für den angeschlagenen Online-Broker Consors gefunden. Der französische Konkurrent Fimatex erwägt, die Nürnberger zu übernehmen.


Karl-Matthäus Schmidt: Kaum Verhandlungsspielraum
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Karl-Matthäus Schmidt: Kaum Verhandlungsspielraum

Paris/Nürnberg - Fimatex-Vorstandschef Vincent Taupin sagte der französischen Wirtschaftszeitung "La Tribune", das Unternehmen sei auf der Suche nach einer Gesellschaft mit einem großen und aktiven Kundenstamm, die in den gleichen Märkten tätig sei wie Fimatex. "Consors ist in Deutschland und Frankreich präsent, verfügt über 500.000 Kunden und ist aus all diesen Gründen ein interessantes Ziel", sagte der Chef der Tochter von Société Generale.

Eine Consors-Sprecherin wollte auf Anfrage keine Stellung dazu nehmen, ob bereits Verhandlungen mit Fimatex liefen. Consors-Vorstandssprecher Karl Matthäus Schmidt hatte eine Übernahme durch einen Wettbewerber aus Kontinentaleuropa, der noch nicht in Deutschland vertreten sei, zuletzt als beste Lösung für das Unternehmen bezeichnet. Fimatex hat allerdings eine Tochter in Deutschland, die sich auf die Terminbörse Eurex spezialisiert hat.

Ein Anteil von 64,5 Prozent an Consors steht kurzfristig zum Verkauf, nachdem der bisherige Mehrheitsgesellschafter SchmidtBank nur durch eine Auffanggesellschaft fünf deutscher Banken gerettet werden konnte.

Der Kurs der Consors-Aktie Chart zeigen pendelte am Montagnachmittag mit 9,08 Euro um seinen Schlusskurs vom Freitag. Am Vormittag hatte die Aktie jedoch noch bis zu 15 Prozent nachgegeben. Händler führten die Erholung auf spekulative Käufe zurück. Die Probleme von Consors seien noch nicht gelöst. Analyst Klaus Baumann von SES Research sagte: "Fimatex hätte die ausreichende Finanzkraft, um den Deal zu machen, und Consors ist in einer schlechten Verhandlungsposition." Übernahmegespräche mit deutschen Banken waren an den hohen Forderungen der SchmidtBank gescheitert.



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