Online-Handel Amazon will Medikamente verkaufen

Bekannt wurde Amazon mit dem Verkauf von Büchern, CDs und DVDs. Doch nun plant der weltgrößte Internet-Händler, sein Sortiment auszuweiten: Demnächst könnte das Unternehmen auch Arzneimittel anbieten.

München - "Grundsätzlich sind alle Produktkategorien für uns denkbar, die der Kunde online kaufen will", sagte der Geschäftsführer von Amazon   Deutschland, Ralf Kleber, der Zeitung "Euro am Sonntag". Dabei gehe es explizit auch um einen "Einstieg in den Handel mit rezeptfreien Medikamenten". Entsprechende Prüfungen liefen bereits.

Darüber hinaus strebe Kleber eine Erweiterung des Sortiments nach Vorbild der US-Mutter Amazon.com an, berichtet die Zeitung. "In den USA bieten wir bereits Autozubehör und Ersatzteile, Bekleidung und Schuhe sowie Nahrungsmittel an. Das sind nahe liegende Produktgattungen, die wir uns auch in Deutschland sehr gut als Internetangebot vorstellen können", sagte Kleber. Gegenwärtig habe Amazon in Deutschland 13 Produktkategorien, in den USA seien es bereits 36.

Dass das Online-Geschäft gerade auch mit Medikamenten gut läuft, hat die Versandapotheke DocMorris bereits bewiesen. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen seinen Erlös um 17,1 Prozent auf 178 Millionen Euro gesteigert, wie "Euro am Sonntag" unter Berufung auf Zahlen aus dem Unternehmen weiter berichtet. Die Zahl der Kunden sei um knapp 100.000 auf 800.000 ausgebaut worden. Insgesamt sind dem Blatt zufolge im vergangenen Jahr 1,9 Millionen Rezepte bei der Versandapotheke eingegangen.

In Deutschland startete DocMorris Anfang Januar im saarländischen St. Wendel eine erste so genannte Markenpartnerschaft mit einer Apotheke. Die zuvor im Juli 2006 in Saarbrücken eröffnete eigene Filiale musste nach mehreren Klagen vorübergehend geschlossen werden.

wal/ddp