Online-Marketing Microsoft trennt sich von Razorfish

Nur gute zwei Jahre blieb die Online-Marketingagentur Razorfish unter dem Dach des Softwareherstellers Microsoft. Nun reicht der US-Konzern das Unternehmen weiter an den französischen Werbegiganten Publicis - die Agentur passte nie wirklich zu dem Softwarehersteller.


New York/Paris - Microsoft verkauft seine Online-Marketingagentur Razorfish. Der Softwarehersteller hat die Agentur für 530 Millionen Dollar an den französischen Werbekonzern Publicis abgetreten. Wie beide Unternehmen gemeinsam mitteilten, bezahlen die Franzosen den Zukauf mit einem Mix aus Aktien und Bargeld. Microsoft Chart zeigen erhält demnach 6,5 Millionen Publicis-Aktien mit einem aktuellen Marktwert von 231 Millionen Dollar und wird künftig drei Prozent an Publicis halten.

Microsoft: Das Geschäft mit dem Online-Marketing passte nicht zu dem Softwarekonzern
AFP

Microsoft: Das Geschäft mit dem Online-Marketing passte nicht zu dem Softwarekonzern

Der US-Konzern hatte die Agentur erst 2007 im Zuge der sechs Milliarden Dollar schweren Übernahme der amerikanischen Online-Werbefirma aQuantive bekommen. Während aQuantive für Microsoft sehr hilfreich ist bei der Vermarktung und Schaltung von Anzeigen im Internet, passte die Werbeagentur nie wirklich in den Konzern. Microsoft wollte sich daher von Razorfish trennen.

Publicis gehört zu den größten Werbekonzernen weltweit. Mit der Übernahme baut das französische Unternehmen nun in der Krise klassischer Werbung das wachsende Geschäft mit Internet-Anzeigen aus. "Der Kauf ist ein neuer Schritt in unserer Strategie, unbestrittener Marktführer bei digitaler Werbung zu werden", sagte Publicis-Chef Maurice Levy. Das Unternehmen setzte sich mit der Übernahme von Razorfish nun gegen acht weitere Interessenten durch. Zuletzt waren noch der britische Werbekonzern WPP und die japanische Dentsu im Rennen gewesen.

Razorfish erwirtschaftete den Angaben zufolge 2008 mit rund 2000 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 380 Millionen Dollar. Zu den Kunden gehören Mercedes-Benz USA, McDonald's und der Spielzeugriese Mattel. Drei Viertel des Geschäfts entfallen auf die USA. Razorfish-Chef Bob Lord soll im Amt bleiben, das Geschäft im vierten Quartal abgeschlossen werden.

tko/Reuters



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