Online-Wetten Casinochefs verhaftet

Roulette, Poker und Wetten aller Art gehören zu den lukrativen Geschäften im Web. Oft agieren Online-Casinos in rechtlichen Grauzonen. In den USA wird der Druck nun erhöht: Die Chefs von Sportingbet und BetOnSports wurden verhaftet, die Aktien verloren binnen Stunden eine Milliarde Dollar an Wert.


London - Der britische Online-Buchmacher Sportingbet Chart zeigen erklärte, US-Behörden hätten den Vorsitzenden des Vorstands, Peter Dicks, festgenommen. Es war die zweite Festnahme innerhalb von zwei Monaten . Im Juli hatten die USA bereits den Chef von BetOnSports Chart zeigenfestgenommen, weil die Firma Wetten in den USA anbot.

An der Börse wuchs heute die Furcht vor einem harten Durchgreifen der USA gegen die gesamte Branche. Durch Kursverluste schmolz der Marktwert börsennotierter Internet-Wettanbieter allein am Donnerstag um mehr als eine Milliarde Euro.

Die US-Behörden werfen BetOnSports Gaunerei und Betrug vor. Die in Costa Rica ansässige Firma kündigte daraufhin an, ihre Aktivitäten in den USA einzustellen. In den USA ist das Glücksspiel stark reglementiert und nur in Ausnahmefällen erlaubt. Einige US-Politiker kämpfen für ein komplettes Verbot von Internet-Wetten.

Viele Internet-Wettanbieter erwirtschaften in den USA einen Großteil ihrer Gewinne. Marktführer Partygaming Chart zeigen etwa macht dort mehr als drei Viertel seiner Umsätze. Insgesamt setzt die Branche pro Jahr rund zehn Milliarden Euro um.

Auch Bwin-Aktien brechen ein

Die Festnahme belegt nach Einschätzung eines Londoner Branchenexperten, dass die US-Behörden gegen die gesamte Branche vorgehen: "Die Anklage gegen BetOnSports war eindeutig keine Firmen-spezifische Angelegenheit."

Sportingbet-Aktien wurden sofort vom Handel ausgesetzt und blieben deshalb zunächst von den herben Verlusten verschont, die die Anteilsscheine seiner Konkurrenten verbuchten. Die Papiere der österreichischen Bwin.com Interactive Entertainment verloren rund 13 Prozent. Bwin Chart zeigen kämpft derzeit in Deutschland gegen das Verbot, Sportwetten in Sachsen anzubieten. Den Wienern droht außerdem ein Verbot in ganz Deutschland, seinem wichtigsten Markt für Sportwetten.

An der Londoner Börse verloren die Aktien von Partygaming rund knapp zehn Prozent, 888 gut 13 Prozent und Playtech Chart zeigen gut zehn Prozent.

itz/Reuters



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