Opec-Beschluss Kaum Auswirkung auf Benzin- und Dieselpreise

"Bleifuß" bleibt teuer. Trotz der Einigung der Opec-Staaten auf eine Erhöhung der Rohölfördermenge rechnen Anbieter und Experten nicht mit einem spürbaren Preisverfall bei Benzin und Diesel.


Hamburg - Viel Spielraum für einen Preisrückgang sei nicht vorhanden, bremste Shell-Sprecher Lars-Olaf Brendel all zu große Hoffnungen aus. Die Gewinnmargen in der Branche seien dazu zu gering. Zudem habe der Markt schon auf die erwartete Erhöhung reagiert. So sei der Preis von 34 Dollar pro Barrel (159 Liter) Anfang März auf derzeit 26 Dollar gesunken. Am Nachmittag wurde ein Fass am Londoner Ölmarkt mit 24,60 Dollar gehandelt.

Geht weiter ins Geld: Volltanken
AP

Geht weiter ins Geld: Volltanken

Auch nach Einschätzung des Mineralölkonzerns Esso wird sich der Sprit-Preis durch die höhere Förderung nicht grundlegend ändern. Eine Veränderung von einem Dollar pro Barrel Öl bringe lediglich etwa einen Pfennig pro Liter Benzin, so Esso-Sprecher Karl-Heinz Schult-Bornemann. Er erwarte, dass der Rohölpreis sich in etwa bei 25 Dollar pro Barrel einpendele.

Mit einem ähnlichen Preisniveau rechnet das Hamburger Institut für Weltwirtschaft (HWWA). Für das kommende Jahr prognostiziere das Institut einen durchschnittlichen Preis von 22 Dollar je Barrel, erklärte der Ölexperte Klaus Matthies.

Wenig Auswirkungen erwartet HWWA-Konjunkturexperte Jörg Hinze auch auf die Preissteigerungsrate in Deutschland. Der Einfluss des Rohölpreises auf die Inflation sei nicht besonders hoch. Eine Preisänderung von zehn Dollar je Barrel habe kurzfristig nur eine 0,25-prozentige Inflationsänderung in der Bundesrepublik zur Folge. Mittelfristig seien es rund 0,5 Prozentpunkte.



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