Opel-Beteiligung Hyundai winkt ab

Ohne Partner hat der Autohersteller Opel auch nach Überzeugung der Bundesregierung keine Überlebenschancen. Doch die Hoffnungen schwinden, dass sich einer findet. Jetzt hat auch der südkoreanische Autobauer Hyundai sein Desinteresse erklärt.


Düsseldorf - "Berichte über ein Interesse unseres Unternehmens an Opel sind ohne Grundlage und reine Spekulation", sagte ein Hyundai-Sprecher dem "Handelsblatt". Hyundai Motor Chart zeigen sei derzeit vollauf mit seinen Expansionsplänen in den Schwellenländern beschäftigt. Außerdem habe der größte koreanische Autobauer in seiner Geschichte noch nie eine Akquisition vorgenommen, begründete der Sprecher die Absage.

Opel-Produktion: "Ohne Grundlage und reine Spekulation"
REUTERS

Opel-Produktion: "Ohne Grundlage und reine Spekulation"

Hyundai galt unter Branchenkennern als aussichtsreicher Partner für Opel. Analyst Jürgen Pieper von Metzler Equity bezeichnete jüngst eine Zusammenarbeit mit den Koreanern als "beste Lösung" für beide Seiten. Über das Opel-Händlernetz könne der asiatische Autobauer schnell seine Europapräsenz ausbauen, begründete er seine Einschätzung.

Derzeit bereist Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die USA, um Möglichkeiten für eine Opel-Rettung zu sondieren. Derweil konkretisierte sein Ministerium die Bedenken gegen eine Rettung des Rüsselsheimer Autobauers. Ohne General Motors Chart zeigen als Mehrheitseigentümer oder einen anderen industriellen Partner dürfte der Autobauer zu klein sein zum Überleben, heißt es in einer Vorlage des Ministeriums für den Wirtschaftsausschuss des Bundestages vom Montag, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. "Angesichts der weltweiten Krise der Automobilindustrie und bestehende Überkapazitäten wird es aber nicht leicht sein, einen Investor zu finden", heißt es in dem Papier. GM wolle aber Opel offenbar am liebsten im eigenen Produktionsverbund halten.

Nach Ansicht von Anwälten, die das Ministerium mit einer Prüfung der Lage beauftragt habe, sei eine absolute Abschottung von Opel vom Zugriff des Mutterkonzerns nicht möglich, erklärte das Ministerium in dem Papier. "Es kann jedoch versucht werden, durch vertragliche Gestaltung eine gewisse Sicherheit für deutsche Kreditgeber/Bürgen herbeizuführen."

Opel fordert 3,3 Milliarden Euro vorwiegend als Bürgschaften von europäischen Regierungen, um sein Überleben unabhängig von GM zu sichern. GM sei bereit, 1,9 Milliarden beizusteuern, vor allem in Form einer Einbringung der britischen Tochter Vauxhall und Geld für Abfindungen, heißt es in dem Papier. Ein Opel-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

mik/dpa-AFX/Reuters



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