Optionsgeschäfte bei VW Hedgefonds prüfen Klagen gegen Porsche

Schwere Vorwürfe gegen Porsche: Mehrere Hedgefonds beschuldigen den Autobauer laut "Financial Times", den Wert der VW-Aktie manipuliert zu haben. Porsche weist die Anschuldigungen zurück. Die Investoren warten noch die Ermittlungen der Finanzaufsicht ab, bereiten aber schon Klagen vor.


London - Mehrere Hedgefonds bereiten nach Informationen der "Financial Times" Klagen gegen den Autobauer Porsche vor. Hintergrund seien Spekulationen mit VW-Aktien. Die Zeitung beruft sich auf Rechtsanwälte der Hedgefonds. Den Angaben zufolge wird an einer Vielzahl von Klagen gearbeitet. Allerdings befänden sich die Vorbereitungen meist noch in einem frühen Stadium.

Porsche-Produktion in Leipzig: Hedgefonds prüfen Klagen gegen den Sportwagenbauer
DDP

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Der Branchenverband Aima unterstütze die Fonds. Seit vergangener Woche berate er seine Mitglieder in der Frage, welche rechtlichen Möglichkeiten sie gegen den schwäbischen Autobauer haben.

Wie die "Financial Times" schreibt, werfen die Investoren Porsche vor, Kursausschläge bei der VW-Aktie provoziert zu haben, durch die die Fonds vergangenes Jahr hohe Milliardenbeträge verloren. Dem Bericht zufolge prüfen auch Familienunternehmen, die auf die VW-Aktie spekuliert haben, mögliche Schadensersatzansprüche. Bis zu 20 Investoren könnten demnach Ansprüche geltend machen. Andere Anwälte sagten, es seien sogar noch mehr Fonds, die Klagen vorbereiten. Wenn es zu Prozessen kommt, dann wohl nicht vor dem Sommer.

Die Investoren warten dem Bericht zufolge die Ermittlungen der deutschen Finanzaufsicht Bafin zu möglichen Marktmanipulationen ab. Gleichwohl sei die Hoffnung gering, dass die Behörde tatsächlich gegen Porsche vorgeht. Porsche wies die Vorwürfe gegenüber der "Financial Times" zurück: "Wir haben uns immer vergewissert, dass wir alle rechtlichen Vorschriften einhalten. Wir sehen keine Grundlage für Gerichtsprozesse gegen uns."

Der SPIEGEL hatte bereits Ende November darüber berichtet, dass auf Porsche Schadensersatzklagen in Milliardenhöhe zukommen könnten. Porsche hatte demnach über den Erwerb von Aktien und Optionen dafür gesorgt, dass nur noch gut fünf Prozent der VW-Stammaktien frei handelbar waren. Ein Bankenkonsortium unter Führung von Merrill Lynch hatte die Papiere gekauft und den Deal über die kanadische Maple Bank abgewickelt. Erst am 26. Oktober gab Porsche bekannt, dass man Zugriff auf knapp 75 Prozent der VW-Aktien habe. Weil das Land Niedersachsen auch 20 Prozent hält, waren kaum noch Aktien auf dem Markt. Hedgefonds und Banken konnten den Kauf von VW-Aktien, auf den sie sich in Anlagegeschäften verpflichtet hatten, nur zu stark steigenden Kursen abwickeln.

cte/dpa-AFX

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