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FRÜHINDIKATOREN Orakel aus München

aus DER SPIEGEL 32/2001

Sommer 2000: Hochkonjunktur in Deutschland, voller Zuversicht investieren Anleger in Aktien. Kaum jemand nahm die konjunkturellen Frühindikatoren ernst, sie ließen nichts Gutes erwarten. Erstmals seit 1990 waren Zinsen für kurz laufende Anleihen höher als die für Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Ein böses Omen, denn eine solche »inverse Zinsstruktur« ging häufig Konjunktureinbrüchen voraus. Ein anderes halbwegs aussagefähiges Zeichen für die wirtschaftliche Entwicklung: der Geschäftsklima-Index des Münchner Ifo-Instituts, der die Einschätzungen von gut 7000 Unternehmen auswertet. Im August 2000 ging er den dritten Monat in Folge zurück. Wenn das passiert, sprechen die Ifo-Forscher von einer Trendwende. Wer sich von diesen Indikatoren leiten lässt, wird derzeit kaum investieren. Die Zinsdifferenz ist nach wie vor gering, und der Ifo-Index fiel im Juni auf den tiefsten Stand seit 1996.

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