Ost-Geschäfte Schröder setzt auf Russland

Deutschland und Russland wollen ihre wirtschaftlichen Beziehungen ausbauen. Auf der Hannover-Messe soll es von Gerhard Schröder und Wladimir Putin eine "gemeinsame Erklärung" über eine enge Zusammenarbeit in mehreren Bereichen geben. Der Kanzler rief deutsche Unternehmen zu Investitionen in Russland auf.


Schröder (l.) und Putin: Vereinbarungen und Verträge
AP

Schröder (l.) und Putin: Vereinbarungen und Verträge

Hannover - Heute sollen in Hannover in Anwesenheit Schröders und Putins mehrereRegierungsvereinbarungen und Wirtschaftsverträge unterzeichnetwerden. Siemens und die russische Eisenbahn wollen einenMilliardenvertrag über den Bau von 60 Hochgeschwindigkeitszügenunterzeichnen. Dass Projekt war bereits im Dezember am Rande desdeutsch-russischen Gipfels in Schleswig auf den Weg gebracht worden. BASF und die russische Gasprom wollen eine Vereinbarung über eingemeinsames Engagement bei der Öl- und Gasförderung, dem Ausbau derInfrastruktur und der Vermarktung in Westeuropa abschließen. Schröder und Putin wollen in einer gemeinsamen Erklärung eineengere Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung undInnovation vereinbaren. Dabei soll es unter anderem um dieAusbildung von russischen Nachwuchs- und Führungskräften inWirtschaft, Forschung und Verwaltung gehen. Zudem ist dieUnterzeichnung einer Regierungsvereinbarung über die Zusammenarbeitim Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie geplant.Schröder eröffnete die Industriemesse am Sonntag gemeinsam mit demrussischen Präsidenten. 6090 Aussteller aus 65Ländern werden sich in Hannover fünf Tage lang präsentieren.Schwerpunkt ist Russland, das mit rund 150 Ausstellern vertretenist. Putin bekräftigte seine Entschlossenheit, die Wirtschaftsreformenin seinem Land weiter voran zu treiben. Dazu gehörten eine Minderungder Steuerlast, Bürokratieabbau und eine Beschleunigung derPrivatisierungsverfahren. Der russische Präsident machte deutlich,dass er auf verstärkte Investitionen deutscher Unternehmen inRussland setzt. Die vierte Stelle Deutschlands bei den Investorensei nicht zufrieden stellend.

Putin rief deutsche Unternehmen dazu auf, mehr in Russland zuinvestieren. Der vierte Platz Deutschlands im internationalenVergleich bei den Investitionen in Russland sei "nicht zufriedenstellend", sagte Putin. "Die Hannover Messe betrachten wir nicht nurals Schaufenster der russischen Industrie, sondern als konkretesAngebot zur Zusammenarbeit."



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