»Panama Papers« Razzien in vier Bundesländern wegen Verdacht auf Steuerhinterziehung

Die Steuerenthüllungen durch die »Panama Papers« ziehen auch sechs Jahre später noch Kreise. Quer durch Deutschland wurden nun Wohn- und Geschäftsräume durchsucht.

Ermöglichte wohl Steuervermeidung und -hinterziehung in Millionenhöhe: Das Logo der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca

Ermöglichte wohl Steuervermeidung und -hinterziehung in Millionenhöhe: Das Logo der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca

Foto: BOBBY YIP/ REUTERS

Fahnder haben in vier Bundesländern Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Bei den Ermittlungen gehe es um den Verdacht der Hinterziehung von Umsatz-, Körperschafts- und Gewerbesteuer, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, Hannes Grünseisen, der Deutschen Presseagentur.

Zuerst hatte der Sender MDR Thüringen über die Ermittlungen und Durchsuchungen berichtet. Demnach gebe es einen Zusammenhang mit den »Panama Papers«. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt bestätigte dies. Ihm zufolge wurden am Dienstag mehrere Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts Erfurt in Berlin, Brandenburg, Thüringen und Nordrhein-Westfalen vollstreckt.

Der MDR berichtete, dass im Zentrum der Ermittlungen unter anderem der Kauf und Verkauf eines 112.000 Quadratmeter großen Grundstücks in Erfurt aus DDR-Zeiten stünde. Eines der Unternehmen, das in den Kauf verwickelt war, ist eine Firma mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln, deren Name auch in den »Panama-Papers« auftaucht.

Eines der größten Steuerleaks der Geschichte

Die »Panama-Papers« waren im Frühjahr 2016 veröffentlicht worden. Die Unterlagen der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca gehören zu den größten Datenleaks der Geschichte.

Ein weltweites Konsortium von Journalistinnen und Journalisten wertete die Daten aus.

Diese zeigten, wie vermögende Menschen und Unternehmen Briefkastenfirmen in dem zentralamerikanischen Land nutzen, um Steuern zu umgehen oder illegalerweise zu hinterziehen.

Die Kanzlei Mossack Fonseca hatte diese Steuerflucht über Jahrzehnte ermöglicht. Seit Oktober 2020 sind die beiden Gründer, der deutsche Jürgen Mossack und der panamaische Ramón Fonseca Mora, zur weltweiten Fahndung ausgeschrieben, nachdem in Deutschland Haftbefehle gegen beide erlassen wurden.

jlk/dpa