Steuerhinterziehung und Geldwäsche Panama verspricht Kooperation bei Aufklärung

Die Kanzlei Mossack Fonseca aus Panama verwaltet seit fast 40 Jahren Briefkastenfirmen, nun sind durch ein Datenleck Verstrickungen von Prominenten aus aller Welt enthüllt worden. Panama sagte Unterstützung bei der Aufklärung zu.

Kanzlei Mossack Fonseca in Panama City
AP

Kanzlei Mossack Fonseca in Panama City


Nach den Enthüllungen über Finanzgeschäfte mit Briefkastenfirmen in Panama hat die Regierung des mittelamerikanischen Landes ihre Kooperation bei der Aufklärung zugesagt. "Die panamaische Regierung verfolgt eine Null-Toleranz-Politik in allen Bereichen des Rechts- und Finanzwesens, wo nicht mit einem höchsten Maß an Transparenz gearbeitet wird", hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung des Präsidialamts.

Beweis dafür sei, dass der OECD-Arbeitskreis für Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung (Gafi) Panama kürzlich von der grauen Liste gestrichen hatte. Dort werden Staaten geführt, die beim internationalen Austausch von Finanz- und Steuerinformationen hinterherhinken.

Unter dem Stichwort "Panama Papers" hatten zuvor Medien auf der ganzen Welt über Offshorefirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler hohe Geldbeträge angelegt haben sollen. Die Informationen stammten aus einem Datenleck bei der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca, dem viertgrößten Anbieter für Offshorefirmen weltweit.

Die Daten wurden der "Süddeutschen Zeitung" zugespielt, insgesamt gehe es um 11,5 Millionen Dokumente zu 214.000 Briefkastenfirmen, die von der Kanzlei aus Panama gegründet worden seien, berichtet das Blatt.

Es gebe Unterlagen über mutmaßliche Offshorefirmen von zwölf aktuellen und früheren Staatschefs sowie Spuren zu Dutzenden weiteren Spitzenpolitikern, ihren Familien, engsten Beratern und Freunden. Zudem fänden sich fast 130 weitere Politiker aus aller Welt unter den Kunden der Kanzlei, darunter viele Minister.

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge haben die Panama-Papiere eine Größe von 2,6 Terabyte. Es sei das größte Datenleck, das es bislang gab. An der Auswertung beteiligten sich etwa 400 Journalisten aus fast 80 Ländern. In Deutschland waren an der Recherche auch NDR und WDR beteiligt.

jul/dpa



insgesamt 23 Beiträge
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peterbittinger 04.04.2016
1. Emirates Non Stop Flug von Dubai nach Panama City
Emirates startete vor kurzem eine mehrmals woechentliche Verbindung von Dubai nach Panama City. Von der geldwaeschehauptstadt des mittleren Ostens zur Geldwaeschehauptstadt Mittelamerikas. Es waere sicherlich interessant, sich einmal die Passagierlisten dieses FLuges genauer anzusehen.
josipawa 04.04.2016
2. Cui bono?
Die Daten sind also zugespielt worden, soso. Zwei Fragen: Wem nützt das? Wem soll die Veröffentlichung Angst machen?
freidenker49 04.04.2016
3. Steuerhinterziehung?
Die gesamten Artikel zu diesem Thema beinhalten derzeit keinen einzigen Fall, in dem Steuerhinterziehung bewiesen wurde. Auch bezüglich Geldwäsche handelt es sich ausschließlich um Vermutungen. Dennoch werden als Überschrift diese Begriffe verwendet. Das ist schäbiger Sensationsjournalismus. Es müssen Taten bewiesen werden. Dann kann man darüber berichten. Das alleinige Gründen einer Firma beinhaltet noch keinerlei Geldwäsche und keinerlei Steuerhinterziehung, auch wenn diese Firma von einer Anwaltskanzlei in Panama ansässig betrieben wird. Diesen Service leisten auch diverse deutsche Unternehmen. Auch sie geben Hilfestellung, wie man auf den Jungferninseln eine Firma gründen kann.
harwin 04.04.2016
4. Steuerhinterziehung Global
Das Steuerhinterziehung Global organisiert wird ist eine neue Dimension. Mich würde es nicht wundern, wenn einige Prominente oder bekannte Firmen darunter wären. Hoffentlich werden die Steuerhinterzieher zur Rechenschaft gezogen.
p-touch 04.04.2016
5. Wer´s glaubt
Wenn so viele "hochgestellte" Perönlichkeiten in diesen Fall verwickelt sind verläuft das doch im Sand.
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