Neue Details zur RBB-Affäre Schlesinger-Wochenendtrip nach London wirft Fragen auf

Nach Patricia Schlesingers Rückzug als RBB-Intendantin werden innerhalb des Senders erneut Vorwürfe laut: Welchen dienstlichen Anlass hatte eine dreitägige Reise zu einem glamourösen britischen Charity-Event?
Scheidende RBB-Intendantin Schlesinger auf einer Party in Berlin (2019)

Scheidende RBB-Intendantin Schlesinger auf einer Party in Berlin (2019)

Foto: Isa Foltin / Getty Images

Nach dem Rückzug Patricia Schlesingers als ARD-Vorsitzende und RBB-Intendantin ist der öffentlich-rechtliche Sender mit der Aufarbeitung möglicher Verfehlungen in ihrer Amtszeit beschäftigt. Nach SPIEGEL-Informationen diskutiert man innerhalb der Rundfunkanstalt nun unter anderem über eine dreitägige Reise nach London, die Schlesinger vom 17. bis 19. September 2021 absolvierte. Begleitet wurde sie dabei von ihrem Ehemann, dem ehemaligen SPIEGEL-Journalisten Gerhard Spörl.

Auf dem Programm stand offenbar der Besuch eines glamourösen Charity-Events, dem sogenannten Sheriff's Ball. In der Beschreibung der Veranstaltung heißt es: »Dieser unterhaltsame Abend mit Essen und Trinken umfasst einen Empfang mit Drinks in der Alten Bibliothek, ein Drei-Gänge-Menü mit Wein in der Großen Halle sowie Tanz zu einer Live-Band und eine Benefizauktion«. Veranstaltungsort war die Guildhall in der City of London, Sitz der dortigen Bezirksverwaltung.

»Ein Hauch 20er-Jahre«

Als angemessene Kleidung wurde »Abendgarderobe mit einem Hauch 20er-Jahre« empfohlen. Ein Einzelticket kostete demnach 225 Pfund (rund 260 Euro) pro Person, ein ganzer Tisch 2250 Pfund (rund 2610 Euro). An dem Wochenende erhielt das Ehepaar Schlesinger/Spörl nach SPIEGEL-Informationen außerdem eine Privatführung im British Museum durch Museumsdirektor Hartwig Fischer.

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Innerhalb des Senders stellt man sich nun nachträglich die Frage, welchen dienstlichen Anlass es eigentlich für die mutmaßlich vom Rundfunk Berlin-Brandenburg organisierte Reise gab und wer sie bezahlte.

Der RBB will sich auf SPIEGEL-Anfrage nicht zu dem Londontrip äußern, mit Hinblick auf die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen Schlesinger, Spörl und den zurückgetretenen Verwaltungsratsvorsitzenden Wolf-Dieter Wolf. Aus dem Umfeld der Intendantin heißt es, ihr Ehemann habe seinen Anteil an den Reisekosten selbst bezahlt. Schlesinger selbst reagierte nicht auf eine Anfrage.

rai
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