Patriotische Finnen Nokia nähert sich 100 Prozent Marktanteil

Der Handy-Konzern Nokia ist in seinem Heimatland zum Monopolisten aufgestiegen. Im vergangenen Jahr konnte der Telefon-Hersteller seinen ohnehin traumhaften Marktanteil noch einmal deutlich steigern.


Einer der wenigen Finnen ohne Nokia-Handy
Foto: GMS

Einer der wenigen Finnen ohne Nokia-Handy

Helsinki - Einer neuen Umfrage des Marktforschungsinstituts Taloustutkimus besitzen 86 Prozent aller Finnen zwischen 15 und 74 Jahren ein Handy - und fast immer stammt es aus heimischer Produktion.

Der NokiaChart zeigen-Konzern, der in Finnland nicht nur seinen Hauptsitz hat, sondern dort auch den Großteil seiner Forschung betreibt, kommt inzwischen auf einen Marktanteil von 90 Prozent - acht Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. Für Nokia-Chef Jorma Ollila sicher Anlass zum Stolz. Allerdings erzielt Nokia in Finnland nur etwa ein Prozent seiner Gesamtumsätze.

Wie eng die Finnen an Nokia gebunden und wie abhängig sie vom Konzern sind - das zeigte sich im vergangenen Jahr, als Ollila mit der Abwanderung in ein anderes Land drohte. Im TV-Sender YLE verkündete er, dass Nokia überlege, bis zum Jahresende 2006 aus Finnland auszuwandern. Die Steuern in dem nordischen Staat seien auf Dauer untragbar. Vermutlich wollte Ollila damit einfach der Regierung die Daumenschrauben anlegen, um drastische Steuersenkungen zu erreichen.

An der Börse in Helsinki ist Nokia höher bewertet als alle anderen Firmen zusammen. Außerdem ist das Unternehmen für rund ein Viertel des gesamten finnischen Exportes und für praktisch die gesamte privat finanzierte Forschung im Land verantwortlich. Holz- und Papierkonzerne wie Stora Enso und UPM-Kymmene, die zu den anderen Schwergewichten der finnischen Wirtschaft zählen, erzielen nur rund ein Drittel des Nokia-Umsatzes.



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