Pay-TV Neuer Anlauf bei Premiere World

Nachdem der Bundesliga-Fußball bislang nicht den erhofften Durchbruch brachte, versucht die KirchGruppe ihr chronisch defizitäres Bezahlfernsehen Premiere World nun mit einer neuerlichen Programmreform aus der Krise zu führen.


Von Oktober an können Neukunden zum Preis von monatlich 15 Euro ein Einsteiger-Paket namens "Premiere Basic" erwerben, das neben 15 Kanälen auch die Decodermiete enthält. Bisher kostete die billigste Premiere-Version 55 Mark.

Stärkstes Lockmittel für das Basispaket, das neben Sparten-Programmen aus den Bereichen Film und Serie auch jeweils zwei Dokumentations-, Musik- und Kinderprogramme enthält, soll der neue Kanal Premiere One werden. Auf diesem "Highlight-Kanal" (Eigenwerbung) wird neben Filmen und Serien samstags um 17.30 Uhr die einstündige Bundesliga-Zusammenfassung "Alle Spiele, alle Tore" laufen. Ob diese "Sportschau im Pay-TV" Premiere die dringend benötigten Neukunden bringt, ist zweifelhaft ­ zumal wenn die Liga-Berichterstattung im Free-TV wegen der desaströsen "ran"-Quoten wie geplant in Form einer kürzeren Sendung auf 19.00 Uhr vorverlegt wird.

Live-Fußball soll es im Basispaket vorerst nicht geben, dafür wird das bisherige Saisonticket (349 Mark) in das Sportpaket integriert, das dann 35 Euro im Monat kostet. Mit dem "Mini-Abo" will der neue Premiere-Chef Manfred Puffer nach dem Vorbild des englischen Bezahlfernsehens BSkyB des Premiere-Miteigners Rupert Murdoch vor allem die Einstiegsschwelle in sein Pay-Angebot senken. Während bei Premiere, in das Kirch bislang mehr als sieben Milliarden Mark investiert hat und das allein im letzten Jahr rund 1,7 Milliarden Mark Verlust machte, die Abonnentenzahl zuletzt von 2,4 Millionen auf 2,3 Millionen sank, legte BSkyB auf 5,5 Millionen Kunden kräftig zu. Dennoch melden auch die Briten rote Zahlen: 812 Millionen Mark verlor das Unternehmen im ersten Halbjahr 2001. Nur Canal Plus in Frankreich konnte einen Gewinn von 565 Millionen Mark erwirtschaften.



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