PC-Konzern mit Bilanzsorgen Dell blamiert sich schon wieder

Schon seit 2005 läuft es für den Computerkonzern Dell, früher mal Weltmarktführer in seinem Geschäft, alles andere als rund: Der Rivale Hewlett-Packard ist wieder die globale Nummer eins, nun gibt es Probleme mit der Bilanz - wieder mal.


New York - Das Unternehmen aus Texas musste erneut die Vorlage eines Quartalsberichts verschieben. Die endgültigen Zahlen für das am 3. November beendete dritte Geschäftsquartal könnten erst später geliefert werden, teilte Dell Chart zeigen der US-Börsenaufsicht SEC mit. Der Grund seien Fragen, die während einer Untersuchung früherer Bilanzen durch die SEC aufgekommen seien. Einen neuen Termin gab es nicht.

Chairman Michael Dell: "Hohe Komplexität"
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Chairman Michael Dell: "Hohe Komplexität"

Dell hatte in diesem Jahr bereits die Bilanzvorlage für das zweite Geschäftsquartal verschieben müssen. Auch die vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal kamen im November fast eine Woche später als geplant. Nicht im Zusammenhang mit den Untersuchungen, hieß es damals, sondern wegen ihrer "hohen Komplexität".

Mit den vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal hatte Dell die Börse nach mehreren Enttäuschungen noch positiv überrascht. Der Gewinn betrug demnach 677 Millionen Dollar und der Umsatz 14,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahres würde dies einen Gewinnanstieg von 11,7 Prozent und ein Umsatzwachstum von 7,5 Prozent bedeuten.

Probleme in der Notebook-Ära

Das Unternehmen selbst nannte dabei allerdings keine Vergleichszahlen für das vergangene Jahr, weil sie sich im Zuge der Untersuchungen noch ändern könnten. Nach früheren Angaben werden die Finanzabschlüsse ab dem Jahr 2002 überprüft.

Dell hat auch mit einer immer härteren Konkurrenz zu kämpfen. So holte sich Hewlett-Packard Chart zeigen in diesem Jahr wieder den Titel des weltgrößten PC-Herstellers von Dell zurück.

Auch Dells alte Strategie, auf einen reinen Direktvertreib zu setzen, zeigt Schwächen, seit der Verkauf von Notebooks immer wichtiger wird und die Bedeutung von Desktop-Computern zurückgeht. Während viele Nutzer kein Problem damit hatten, einen Desktop-Rechner im Internet zu bestellen, wollen die meisten ein Notebook vor dem Kauf zumindest schon einmal gesehen und ausprobiert haben.

itz/dpa-AFX



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