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DAIMLER-CHRYSLER Peinliche Befragung

aus DER SPIEGEL 37/2006

Bei den Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC und des US-Justizministeriums gegen DaimlerChrysler prüfen die beauftragten Anwälte nun auch, ob der langjährige Personal- und Finanzvorstand des Konzerns, Manfred Gentz, über mögliche Gesetzesverstöße informiert war. DaimlerChrysler hat eingestanden, dass Mitarbeiter in Afrika, Asien und Osteuropa Schmiergeld gezahlt haben und der Konzern über einen Zeitraum von zehn Jahren zu wenig Lohnsteuer für Mitarbeiter abgeführt hatte, die im Ausland eingesetzt waren. Gentz war von 1983 bis 1990 zunächst als stellvertretendes Vorstandsmitglied, später als Vorstand für das Personalwesen verantwortlich. Von 1995 bis zu seinem Ausscheiden Ende 2004 war er Finanzvorstand, seit 1997 zusätzlich auch noch für das Controlling zuständig. Auf eine Anfrage des SPIEGEL ließ Gentz mitteilen, über die im Geschäftsbericht des Konzerns veröffentlichten Einlassungen hinaus werde er zu den laufenden Untersuchungen »keinen Kommentar« abgeben. Die Vorsicht ist verständlich. Gentz hat bereits erfahren, wie hart die Ermittlungen durchführt werden. Bei einer Einreise in die USA war der damalige Finanzvorstand eine Stunde lang befragt worden. Deshalb fand eine Sitzung des Aufsichtsrats von DaimlerChrysler am 28. April 2005 nicht wie geplant in den USA, sondern im kanadischen Toronto statt. Der Konzern wollte das Risiko vermeiden, dass seine Manager und Aufsichtsräte bei der Einreise in die USA möglicherweise ebenfalls diese peinliche Prozedur über sich ergehen lassen müssen.

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