Ende des Homesport-Booms Peloton-Chef muss gehen, 2800 Stellen werden gestrichen

Das Unternehmen Peloton gehörte mit seinen teuren Fitnessrädern zu den Pandemieprofiteuren, die Aktie galt als Hype-Asset. Dann stürzte Peloton selbst in die Krise. Nun folgt der radikale Umbau.
Ein Peloton-Rad: Ist der Boom vorbei?

Ein Peloton-Rad: Ist der Boom vorbei?

Foto: SHANNON STAPLETON / REUTERS

Beim amerikanischen Fitnessgerätespezialisten Peloton wird um- und abgebaut: Der Chef John Foley muss gehen, 2.800 Stellen sollen gekürzt werden. Das ist rund ein Fünftel der Arbeitsplätze. Auch der Bau einer neuen Fabrik wurde gestoppt. Die Maßnahmen sollen dem Unternehmen aus der Krise helfen. Zuerst berichtete das »Wall Street Journal« darüber.

Neuer Chef soll ab dem 9. Februar Barry McCarthy werden, der zuvor Finanzchef bei den Streamingspezialisten Netflix und Spotify war. Das könnte einen stärkeren Fokus auf Abo-Einnahmen statt Hardwareverkäufen bedeuten.

Wochenlange Wartezeiten für die Trendräder

Peloton zählte am Anfang der Pandemie zu den großen Gewinnern. Viele Kunden geschlossener Fitnessstudios holten sich die vergleichsweise teuren Trainingsräder der Firma nach Hause. Teilweise war die Nachfrage so hoch, dass Kunden wochenlang auf ihre Räder warten mussten. Außerdem punktete Peloton mit einem Abomodell, das einen nachhaltigen Finanzstrom sichern sollte. Fast 50 Milliarden Dollar war das Unternehmen im Januar 2021 wert.

Doch der Boom flaute mit Lockerung der Coronabeschränkungen ab – und Peloton überschätzte offensichtlich die Nachfrage. Im November musste die New Yorker Firma ihre Umsatzprognose für das bis Mitte 2022 laufende Geschäftsjahr zusammenstreichen, um bis zu eine Milliarde Dollar. An der Börse stürzte der Kurs danach ab, das Unternehmen verlor mehr als 80 Prozent seiner Marktkapitalisierung.

Im Januar 2022 sollten Unternehmensberater von McKinsey dann Lösungen für die Krise finden: unter anderem empfahlen sie die Schließung einiger der teuren Flagship-Stores. Laut Medienberichten erwägen außerdem unter anderem Amazon und Nike Übernahmeangebote. Der Chefwechsel und die Sparmaßnahmen dürften darauf hinweisen, dass Peloton seine Zukunft als eigenständiges Unternehmen absichern will.

Die Peloton-Aktie, die zuletzt angesichts der Übernahmespekulationen um rund ein Fünftel hochsprang, gab nach Bekanntwerden der Unternehmenspläne im frühen US-Handel um mehr als drei Prozent nach.

jlk/dpa
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