Facebook-Mutterkonzern Peter Thiel tritt als Verwaltungsrat bei Meta ab

Er gehörte zu den ersten Investoren bei Facebook, seit 2005 ist Peter Thiel im Verwaltungsrat. Damit ist bald Schluss: Der Trump-Unterstützer will sich künftig offenbar noch stärker in der Politik engagieren.
Milliardär Peter Thiel: »Trumpismus ohne Trump«

Milliardär Peter Thiel: »Trumpismus ohne Trump«

Foto:

John Lamparski / Getty Images

Der Techmilliardär Peter Thiel tritt als Verwaltungsrat beim Internetriesen Meta zurück. Das gab der Mutterkonzern von Facebook am Montag nach US-Börsenschluss bekannt. Demnach wird Thiel sein Amt bis zur nächsten Sitzung des Verwaltungsrats im Mai ausüben und sich dann nicht zur Wiederwahl stellen.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nannte Thiel in der Mitteilung  nun einen »wirklich originellen Denker«, der auch für die schwierigsten Probleme »einzigartige Vorschläge« liefere. »Er gehört unserem Vorstand seit fast zwei Jahrzehnten an, und wir wussten immer, dass er seine Zeit irgendwann anderen Interessen widmen würde.«

Thiel war einer der ersten Investoren des Online-Netzwerks und seit 2005 Mitglied im Verwaltungsrat des Unternehmens. In der Mitteilung von Meta werden keine Angaben dazu gemacht, was Thiel in Zukunft plant. US-Medienberichten zufolge will sich der 54-Jährige künftig noch stärker in der Politik engagieren und bei den Zwischenwahlen 2022 die Agenda von Ex-Präsident Donald Trump und Kandidaten der republikanischen Partei unterstützen.

Thiel wurde in Frankfurt am Main geboren und wuchs in den USA auf. An der Seite von Elon Musk machte er ein Vermögen als Mitgründer des Bezahldienstes PayPal. Durch seinen frühen Einstieg bei Facebook wurde Thiel noch reicher: Das Magazin »Forbes« schätzt sein Vermögen auf rund 2,6 Milliarden Dollar, das sind umgerechnet etwa 2,3 Milliarden Euro.

Thiel hatte Trump schon vor der Präsidentschaftswahl 2016 unterstützt und danach unter anderem beim Regierungswechsel geholfen. In der US-Tech-Hochburg Silicon Valley nahm er damit damals eine Außenseiterrolle ein. Thiel gilt seit Längerem als Strippenzieher einer populistischen Bewegung. Er hält Reden, spendet Millionen und unterstützt den Senatswahlkampf von Kandidaten, die seine düstere Weltsicht teilen. Als »Trumpismus ohne Trump« beschreibt sein Biograf Max Chafkin Thiels Projekt. Mehr dazu, wie Thiel die Politik aufmischen will, erfahren Sie hier .

aar/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.