Pflege Regierung rechnet mit 300-Millionen-Loch

Die Sozialkassen stehen erneut vor erheblichen Finanzproblemen. Wegen der fehlenden Beitragseinnahmen drohen nach Informationen des SPIEGEL schon Anfang 2007 Erhöhungen bei den Rentenbeiträgen. Auch der Pflegeversicherung fehlen mehrere hundert Millionen.


Hamburg - Der anhaltende Abbau von sozialversicherungspflichtigen Jobs bringt die Sozialkassen schon bald in neue Finanznöte. Laut internen Prognosen des zuständigen Dachverbandes drohen die vorgeschriebenen Reserven der gesetzlichen Rentenversicherung bereits im Jahr 2007 unter das Niveau von 20 Prozent einer Monatsausgabe zu fallen. Ursache sind die geringen Beitragseinnahmen, die derzeit monatlich um rund 200 Millionen Euro niedriger ausfallen als geplant. Hält der Trend an, so prognostizieren Experten der Versicherungsträger, müssten die Rentenbeiträge bereits zum Jahresanfang 2007 erhöht werden.

Rentner im Park: Pflegeversicherung fehlen wahrscheinlich 300 Millionen Euro
AP

Rentner im Park: Pflegeversicherung fehlen wahrscheinlich 300 Millionen Euro

Neue Finanzprobleme zeichnen sich auch bei der Pflegeversicherung ab. Obwohl Kinderlose dieses Jahr erstmals einen deutlich höheren Beitragssatz von 1,95 Prozent des Bruttolohns zahlen müssen, macht die Pflegekasse Verluste. Spitzenministeriale rechnen für 2005 mit einem Defizit von etwa 300 Millionen Euro. Eigentlich hatten sie ein annähernd ausgeglichenes Ergebnis erwartet. Das Sozialministerium fürchtet, dass die Finanzreserven der Pflegeversicherung bereits im kommenden Jahr unter das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß fallen könnten, sollte sich die negative Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt fortsetzen.



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