Pflegeversicherung Sozialexperte warnt vor Riesendefizit

Langfristig wird das Finanzierungsdefizit in der gesetzlichen Pflegeversicherung weitaus größer ausfallen als bisher angenommen. Nach Berechnungen des Freiburger Finanzwissenschaftlers Bernd Raffelhüschen könnten bis zu 950 Milliarden Euro fehlen.


Hamburg - Nach Informationen des SPIEGEL ergibt die im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellte Kalkulation, dass bis zum Jahr 2050 in der Pflegekasse rund 700 Milliarden Euro fehlen, sollte die Versicherung nicht reformiert werden. Durch die von der Regierung geplante Ausweitung der Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung für Demenzkranke würde das Finanzierungsdefizit um weitere 250 Milliarden auf 950 Milliarden Euro anschwellen.

In der Studie kommt Raffelhüschen außerdem zu dem Ergebnis, dass sowohl der Reformvorschlag der SPD-Arbeitsgruppe um Andrea Nahles als auch das Konzept der bayerischen Sozialministerin Christa Stewens (CSU) keine nachhaltige Finanzierung garantierten, sondern teilweise sogar zu einer Verschärfung der finanziellen Notlage in der Pflegeversicherung führten. In allen Modellen sei "eine weitere Steigerung der Beiträge nicht zu verhindern", schreibt Raffelhüschen.



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