Pharmakonzern Merck Erster Krebs-Impfstoff zugelassen

Es war ein Wettrennen zwischen den Pharmakonzernen Merck und GlaxoSmithKline: Nun ist es der Merck-Konzern, der in den USA den ersten Impfstoff gegen Gebärmutterkrebs auf den Markt bringt. Das Mittel ist  von der zuständigen Behörde zugelassen worden.


Washington - Für viele Frauen bedeutet die Entscheidung der Arzneimittelbehörde FDA eine medizinische Revolution - und für Merck Chart zeigen ein vielversprechendes Geschäft: Das Serum Gardasil ist jetzt zum Verkauf freigegeben worden. Es schützt gegen den Humanen Papilloma-Virus (HPV), der für 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterkrebs verantwortlich ist, weil er Warzen im Genitalbereich, aus denen Krebs entstehen kann. Der Impfstoff ist den Angaben zufolge für Mädchen und Frauen im Alter zwischen neun und 26 Jahren vorgesehen.In der EU ist die Zulassung des Impfstoffs nach Auskunft des europäischen Merck-Partners Sanofi Pasteur MSD (Leimen) beantragt.

Mit der Verkaufserlaubnis in den USA hat sich Merck im Entwicklungswettrennen mit dem Konkurrenten GlaxoSmithKline Chart zeigen durchgesetzt. Dieser hatte seinerseits am Wochenende bekannt gegeben, ein Serum gegen die HPV-Viren erfolgreich getestet zu haben. Der GlaxoSmithKline-Impfstoff mit dem Namen Cervarix befindet sich jedoch sowohl in den USA als auch in Europa noch im Zulassungsverfahren.

Gebärmutterkrebs ist die zweithäufigste Form des Krebses bei Frauen. Weltweit werden pro Jahr schätzungsweise 470.000 neue Fälle und 233.000 Todesfälle registriert. Die HPV-Infektion ist eine der häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Krankheiten, bleibt jedoch oft unbemerkt. Kondome bieten davor einen gewissen, jedoch keinen absoluten Schutz.

ase/AFP/dpa


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