Pkw-Bestellungen Bund kauft immer weniger bei Opel

Gemeinsam kämpfen Opel und die Regierung um den Autobauer - doch dessen Produkte werden bei Regierungsvertretern immer unbeliebter: Der Bund kauft laut "Rheinischer Post" kaum noch beim Rüsselsheimer Konzern. Vor allem das Verteidigungsministerium fährt seine Bestellungen deutlich zurück.


Düsseldorf - Rapider Absturz in drei Jahren: Der Bund hat seit 2006 immer weniger Autos aus dem Hause Opel bestellt. Die Ausgaben für Wagenkäufe bei dem Unternehmen sanken im Drei-Jahreszeitraum von 56,6 Millionen Euro auf 14,7 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP hervor, die der "Rheinischen Post" vorliegt.

Opel-Gebrauchtwagen: Unbeliebt in Berlin
REUTERS

Opel-Gebrauchtwagen: Unbeliebt in Berlin

Vor allem das Bundesverteidigungsministerium sparte demnach bei den Bestellungen: Wurden hier im Jahr 2006 noch Opel-Fahrzeuge im Wert von 46,4 Millionen Euro bestellt, waren es im vergangenen Jahr nur noch 8,6 Millionen Euro. Auch das Finanzministerium kürzte die Opel-Bestellungen von 8,9 auf 4,9 Millionen Euro.

Unterdessen hat die Bundesregierung mit der Prüfung der drei Kaufangebote für Opel begonnen. Diese seien bei der zuständigen interministeriellen Task Force eingetroffen, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Dienstag in Berlin. Die endgültige Entscheidung trifft aber der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM).

Der US-Konzern will der Bundesregierung am Mittwoch eine erste Einschätzung dazu geben. Ein Treffen von Vertretern von GM und der Regierung in Berlin werde aber eher Informationscharakter haben, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Medienberichten, bis Ende der Woche könnte eine Vorentscheidung fallen, trat die Person entgegen. "Das ist unwahrscheinlich."

Mit dem Ablauf der Angebotsfrist am Montagnachmittag hatte die Opel-Mutter GM insgesamt drei Angebote erhalten: vom kanadischen Zulieferer Magna, dem Finanzinvestor RHJ und dem chinesischen Hersteller BAIC.

yes/ddp/Reuters



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