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Planspiele um Nixdorf

aus DER SPIEGEL 5/1989

Manager der deutschen Elektro-Industrie denken über die Zukunft des angeschlagenen Computer-Konzerns Nixdorf nach - für den Fall, daß, allen Dementis zum Trotz, die Familie des verstorbenen Heinz Nixdorf doch Kasse macht. Der Nixdorf-Clan sowie zwei von ihm kontrollierte Stiftungen besitzen alle stimmberechtigten Aktien, und es ist zweifelhaft, ob das Unternehmen langfristig die extrem hohen Entwicklungskosten für neue Computer aufbringen kann. Branchenführer Siemens würde den Konkurrenten gern übernehmen, darf aber nicht: Die Münchner wissen, daß die Berliner Kartellbehörde den Kauf nicht genehmigen würde. Das Interesse von AEG-Chef Heinz Dürr an Nixdorf liegt »bei Null« - wohl auch deshalb, weil seine Aufseher von Daimler-Benz mit der Eingliederung von Messerschmitt-Bölkow-Blohm beschäftigt sind. Hingegen würde Nixdorf gut zum Bosch-Konzern passen: Dem Stuttgarter Autozulieferer fehlt zum Ausbau seines Kommunikationsbereichs eine marktgängige Computer-Sparte; und Bosch kann einen Aufkauf finanzieren. Ehe es aber so weit kommt, so glauben Branchenkenner, würden Nixdorf und Bosch in den Bereichen Forschung und Entwicklung kooperieren, um die hohen Kosten zu verringern.

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