Playboy Porno-TV bringt den Hasen Geld

Wenn die Lust auf "Erwachsenen-Unterhaltung" ein Konjunktur-Barometer ist, geht es bergauf mit der US-Wirtschaft: Der Playboy-Konzern schreibt zwar weiter rote Zahlen, doch die Bunnies hoppeln wieder in Richtung Gewinnzone.


Aktueller Playboy-Titel aus den USA: Nach allerlei teuren Eskapaden besinnen sich die Bunnies auf eine alte Tugend - das Geldverdienen

Aktueller Playboy-Titel aus den USA: Nach allerlei teuren Eskapaden besinnen sich die Bunnies auf eine alte Tugend - das Geldverdienen

Chicago - Seit dem dritten Quartal steckt der Playboy-Konzern, zu dem neben dem Magazin auch der Online-Ableger, das Lizenzgeschäft mit Bunny-Produkten und mehrere Kabel-TV-Kanäle gehören, in den roten Zahlen fest. Nachdem Chefin Christie Hefner, Tochter des legendären Gründers Hugh Hefner, ihre Mitarbeiter aufs Sparen getrimmt hat, werden die Verluste aber von Quartal zu Quartal ein bisschen kleiner.

Im Gesamtjahr 2001, meldete das Unternehmen am Dienstag vor Börsenauftakt in den USA, sei ein Verlust von 33,5 Millionen Dollar angefallen - nach einem Minus von 47,6 Millionen im Jahr davor. Der Verlust im vierten Quartal fiel deutlich von 29 Millionen auf 11,7 Millionen. Hefners Sparmaßnahmen haben allerdings nicht nur die Kosten gedrückt, sondern in geringerem Maße auch die Umsätze: Sie schrumpften 2001 um fünf Prozent auf 291,2 Millionen Dollar. Dies liegt auch daran, dass Playboy aus dem Kataloggeschäft vollständig ausgestiegen ist.

Hefner kündigte an, im Jahr 2002 solle Playboy zumindest operativ wieder schwarze Zahlen schreiben. Wesentlicher Motor des geplanten Wachstums solle die Expansion von digitalen Porno-Fernsehkanälen sein, die im Network "Spice TV" gebündelt sind. Auch die Internet-Sparte, deren Verluste zu einer schweren Belastung für das gesamte Unternehmen geworden waren, solle am Jahresende profitabel arbeiten. Ab März will Hefner Playboy-Produkte auch bei eBay verkaufen, nachdem ein Testlauf gute Ergebnisse gebracht habe.

Die Playboy-Aktien standen an der New Yorker NYSE gegen 18.30 Uhr deutscher Zeit bei 14,67 Dollar, ein Plus von gut zwei Prozent.



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