Pleite-Versicherer AIG-Chef arbeitet für einen Dollar Jahresgehalt

Der Chef des staatlich geretteten US-Versicherungskonzerns AIG, Edward Liddy, bekommt bis Ende 2009 nur einen Dollar Jahresgehalt - und keinen Bonus. Mit einer höheren Bezahlung rechnet der Manager erst ab 2010.


New York - Der Chef des angeschlagenen US-Versicherers American International Group (AIG) wird 2008 und 2009 jeweils für ein Jahresgehalt von einem Dollar arbeiten. Zudem werde es für die sieben Top-Manager des Unternehmens 2008 keine Bonuszahlungen geben, teilte AIG am Dienstag mit. Für weitere fünfzig Manager werde es 2009 keine Gehaltserhöhungen geben.

Firmenchef Edward Liddy erklärte, damit solle unterstrichen werden, dass AIG um eine Verbesserung seiner Finanzlage bemüht sei, um Kredite aus US-Steuergeldern zurückzahlen und auch wieder Zahlungen an die Aktionäre leisten zu können. Das Unternehmen folgt mit diesem Schritt der Forderung des New Yorker Staatsanwalts Andrew Cuomo, der in einem Brief verlangt hatte, AIG möge Boni und Gehaltserhöhungen streichen.

Liddy arbeitet erst seit der staatlichen Rettung von AIG für den Versicherer. Er teilte mit, sollte er die Firma verlassen, verzichte er auf jegliche Abfindung. Mit einem Bonus könne er erst ab dem Jahr 2010 rechnen. Die Rettung des Konzerns, der unter der Last fauler Hypothekenkredite beinahe zusammengebrochen war, kostete die amerikanischen Steuerzahler bislang rund 152 Milliarden Dollar.

Der einst weltgrößte Versicherer wurde von der US-Regierung mit dieser Summe vor dem Kollaps gerettet. AIG Chart zeigen ist derzeit um den Verkauf von Geschäftsbereichen bemüht, um staatliche Kredite zurückzahlen zu können. Das Unternehmen war nach der Beinahe-Pleite in die Kritik geraten, weil der Konzern kurz nach der Rettung einigen seiner Manager einen Aufenthalt in einem kalifornischen Luxushotel im Wert von insgesamt 440.000 Dollar spendiert hatte.

kaz/Reuters/AP



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