Plus 6,5 Prozent Weltbank senkt Wachstumsprognose für China

Chinas Wirtschaft kühlt sich merklich ab. Laut Weltbank wird das Wachstum in diesem Jahr nur noch 6,5 Prozent betragen. Damit steht die Volksrepublik deutlich besser da als Europa und die USA - für chinesische Verhältnisse ist der Wert allerdings schwach.


Peking - Die chinesische Wirtschaft wird nach einer neuen Prognose der Weltbank im laufenden Jahr nur noch um 6,5 Prozent wachsen. Bisher ist die Weltbank von 7,5 Prozent ausgegangen. Die Regierung in Peking hat als offizielles Ziel sogar acht Prozent ausgegeben.

Chinesische Exporte seien von der weltweiten Krise schwer getroffen, teilte die Weltbank in einem am Mittwoch veröffentlichten Quartalsbericht mit. Das Institut korrigierte seine bisherige Wachstumsprognose für die Volksrepublik deshalb um einen Prozentpunkt nach unten. Dennoch sei das Land in der düsteren Weltwirtschaft ein Lichtblick, sagte der Weltbank-Direktor für China, David Dollar.

Dadurch, dass sich China von Exporten abwende und die inländische Nachfrage ankurbele, schaffe das Land die Grundlage für nachhaltiges Wachstum in der Zukunft, erklärte Dollar. Auch seien die chinesischen Banken relativ unbeschadet aus der Kreditkrise hervorgegangen. Nach Ansicht der Weltbank wird sich das verlangsamte Wachstum nicht negativ auf die soziale Stabilität auswirken.

Es gebe auch noch reichlich Raum für weitere Konjunkturmaßnahmen. So könnten noch mehr Finanzmittel in das Gesundheitswesen, die Bildung und soziale Programme fließen, hieß es in dem Bericht. 2008 war Chinas Wirtschaft um neun Prozent gewachsen.

Laut einem Zeitungsbericht gingen die chinesischen Währungsreserven im Januar um rund 30 Milliarden Dollar zurück. Ende vergangenen Jahres verfügte das Land noch über Reserven in Höhe von fast zwei Billionen Dollar, wie die Wirtschaftszeitung "China Business News" berichtet. Als Grund für den Einbruch nannte das Blatt den Wertverfall bei den Nicht-Dollar-Reserven. Die chinesische Zentralbank will die offiziellen Zahlen über die Währungsreserven Mitte April bekannt geben.

wal/AFP/dpa



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