Poker-Aktie PartyGaming spielt sieben Milliarden Euro ein

Für den Londoner Kapitalmarkt war es der größte IPO seit fünf Jahren: Der Online-Glücksspielanbieter PartyGaming hat heute ein erfolgreiches Börsendebüt hingelegt. Das Poker-Unternehmen wird im Herbst wohl in den wichtigsten britischen Aktienindex aufsteigen.

London - Die Aktien des Online-Glücksspielbetreibers wurden nach Ausgabe bei 125,50 Pence gehandelt, deutlich über dem Ausgabekurs von 116 Pence. Der Aktienkurs konnte dann zeitweilig gegen den schwachen Trend im Gesamtmarkt deutlich dazugewinnen und erreichte ein vorläufiges Tageshoch bei 129,00 Pence, bevor er wieder auf 123 Pence zurückfiel. Die Emission war nach Angaben von Börsianer mehr als zweifach überzeichnet.

PartyGaming hat insgesamt 781,6 Millionen Aktien und damit 20,6 Prozent des eigenen Kapitals an die Börse gebracht. Damit ist das in der britischen Kronkolonie Gibraltar beheimatete Unternehmen mit 4,64 Milliarden Pfund bewertet und ein Kandidat für den Auswahlindex FTSE 100.

Mit drei Marken präsent

Der Börsengang von PartyGaming war im Vorfeld zumindest umstritten. Schärfere Wettbewerbsregeln für Glücksspiele der konservativen Regierung in den USA könnten das geplante Wachstum in diesem Markt künftig begrenzen. Hier macht PartyGaming aber den Löwenanteil des Umsatzes. Rechtsgerichtete, fundamental-christliche Politiker fordern seit langem ein Verbot von Online-Glücksspielen.

PartyGaming tritt in den USA mit den drei Marken PartyPoker.Com, StarluckCasino.Com und PartyBingo.com auf und besetzt damit rund die Hälfte des Online-Poker-Marktes. CEO Richard Segal, selbst nach eigenen Angaben ein Poker-Fan, kündigte an, das Unternehmen wolle zunächst in Europa und Australien und mittelfristig auch in Asien wachsen.

Ein Hauptprofiteur des Börsenganges ist der 34-jährige Gründer und Vorstand Anurag Dikshit, der seinen Anteil von 40 auf 32 Prozent reduzierte.