Einigung mit Gewerkschaft Polen will Kohlebergbau bis 2049 beenden

Kein heutiger Kumpel soll seinen Job verlieren: Polens Regierung und die Gewerkschaft haben sich auf einen Kohleausstieg geeinigt. Bis zum letzten Fördertag gibt es Subventionen.
Kohletagebau in Polen

Kohletagebau in Polen

Foto: imago images/Curioso_Travel_Phot

Polen will bis zum Jahr 2049 den Kohlebergbau einstellen. Darauf einigten sich die nationalkonservative Regierung und Arbeitnehmervertreter, wie Dominik Kolorz, Regionalpräsident der Gewerkschaft Solidarnosc, vor Journalisten verkündete. Bis zur Schließung der letzten Grube soll der für die polnische Wirtschaft wichtige Industriezweig weiterhin staatlich gefördert werden.

"Wir haben der Auflösung einer der wichtigsten Industriezweige in der Geschichte Polens zugestimmt, sagte Gewerkschafter Kolorz. Die Gewerkschaften hatten ursprünglich die Fortsetzung des Kohlebergbaus bis 2060 gefordert.

Der vereinbarte Ausstieg aus der Kohleenergie werde einen gerechten Umbau von Polens Bergbau- und Energiesektor ermöglichen, sagte der stellvertretende Minister für Staatsbeteiligungen, Artur Sobon. Ziel der Einigung sei es, dass kein derzeit in der Branche beschäftigter Arbeiter seinen Job wegen des Ausstiegs aus dem Kohlebergbau verliert. Andernfalls werde der Staat für soziale Absicherung sorgen, sagte Sobon.

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Polens Energieversorgung hängt zu 80 Prozent an der Kohle

Die Vereinbarung mit den Gewerkschaften sieht vor, dass die derzeit beschäftigten Bergleute entweder bis zur Rente weiterarbeiten können oder staatliche Unterstützung bekommen, wenn dies nicht möglich ist. Die Regierung will außerdem einen Bevollmächtigten ernennen, der für die sozioökonomische Transformation in den Bergbauregionen, besonders in Oberschlesien, zuständig sein wird.

Das Abkommen muss nun der EU-Kommission zur Zustimmung vorgelegt werden. Polen hängt bei der Energieversorgung zu 80 Prozent von Kohle ab. Derzeit arbeiten noch 80.000 Menschen im Bergbau. Anfang der Neunzigerjahre waren es noch 400.000. Die polnische Regierung steht den EU-Klimazielen skeptisch gegenüber.

caw/AFP/Reuters/dpa-AFX

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