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Pontos Erben in der Industrie

aus DER SPIEGEL 37/1977

Die beiden wichtigsten Industrieposten des ermordeten Großbankiers Jürgen Ponto werden voraussichtlich nicht mehr mit Männern der Dresdner Bank besetzt. Bei AEG soll der ehemalige BASF-Chef Bernhard Timm, 68, den Aufsichtsrats-Vorsitz übernehmen. Gegen den Versuch der Dresdner, ihren Vorstand Manfred Meyer-Preschany auf den Ponto-Platz zu befördern, opponieren insbesondere die Arbeitnehmer-Vertreter im AEG-Rat. Ihr Einwand: Meyer-Preschany würde als Rats-Neuling mit dem schwierigen Sanierungsjob beim angeschlagenen Elektro-Konzern überfordert werden. Timms Berufung wäre für de Dresdner Bankiers peinlich: Pensionär Timm ist eng mit der Deutschen Bank, der Hausbank der BASF, liiert. Auch beim Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk, wo Ponte erst im Februar Hermann Josef Abs als Aufsichtsrats-Vorsitzenden abgelöst hatte, dürfte alles für die Deutsche laufen. Nachdem der Chefposten nach einer Vereinbarung mit den kommunalen Großaktionären einem Vertreter der Privatwirtschaft zusteht, soll der Deutsche-Bank-Sprecher Friedrich Wilhelm Christians Oberaufseher über Deutschlands größten Stromkonzern werden.

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