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BÜNDNIS FÜR ARBEIT »Porzellan kaputt«

Tyll Necker, 69, BDI-Vizepräsident, über die Tarifrunde 1999
aus DER SPIEGEL 7/1999

SPIEGEL: DIHT-Präsident Hans-Peter Stihl droht für den Fall eines Streiks, daß die Bündnisgespräche am 25. Februar ohne ihn stattfinden. Platzt der Termin?

Necker: Ich bin gegen Drohungen. Das ist keine Basis, auf der wir weiterkommen.

SPIEGEL: Da spielt auch ein Arbeitskampf, der parallel abläuft, keine Rolle?

Necker: Wenn Porzellan runterfällt, geht es kaputt. Die Frage ist, ob man es so kitten kann, daß man noch gern aus der Tasse trinken will. Ich glaube nicht, daß man in einer Streikatmosphäre produktiv verhandeln kann.

SPIEGEL: Was kann Bundeskanzler Gerhard Schröder tun?

Necker: Strategisch wäre es besser gewesen, er hätte mit der Senkung im Eingangssteuerbereich eine Verbesserung der Nettoeinkommen eingebracht. Das hätte den Gewerkschaften vernünftige Abschlüsse erleichtert.

SPIEGEL: Aber die Unternehmen haben doch gut verdient.

Necker: Das trifft nur für wenige Industriebereiche zu. Maßvolle Abschlüsse sind der wichtigste Punkt für ein Bündnis.

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