Präsidenten und Börsenkurse Demokraten haben die bessere Performance

Ob ein Republikaner oder ein Demokrat ins US-Präsidenten gewählt wird, ist der Wall Street herzlich egal. Wichtig ist den Brokern lediglich, wie sich die Kurse entwickeln. In dieser Disziplin schneiden die Demokraten einer Studie der Postbank zufolge klar besser ab.


Kandidaten George W. Bush, John Kerry: Deutlicheres Kursplus für die Demokraten
AP

Kandidaten George W. Bush, John Kerry: Deutlicheres Kursplus für die Demokraten

Bonn - Die Postbank analysierte den Kurs der im Index Standards & Poor 500 zusammengefassten Werte seit 1948. Historisch hätten die Demokraten die Nase leicht vorn. Unter demokratischen Präsidenten legte der Index mit 52 Prozent stärker zu als unter republikanischen. Hier lag das Kursplus durchschnittlich nur bei 37 Prozent. Im Durchschnitt aller US-Präsidenten seit 1948 stiegen die Börsenkurse um 44 Prozent.

So deutlich wie es scheint, ist der Vorsprung für die Demokraten jedoch nicht. Denn beide Amtszeiten des Demokraten Bill Clinton waren durch die in die Zeit des Computer- und Internetbooms geprägt. In seiner ersten Amtsperiode wuchs die Wall Street um 79 Prozent, in der zweiten um 73 Prozent. Auf Grund dieser "Ausreißer" könne die bessere Performance der Kurse unter den Demokraten statistisch nicht als signifikant angesehen werden, heißt es in der Studie.

Die Analyse der Postbank zeigt noch weitere bemerkenswerte Details: Die stärksten Kursanstiege sind in der Regel im zweiten und dritten Jahr einer Präsidentschaft zu verzeichnen. Das vierte Jahr einer Amtsperiode, das Wahljahr, weise jedoch entgegen aller Erwartung nicht die beste Performance auf, heißt es in der Analyse. Am wenigsten positiv entwickelten sich die Börsen im Durchschnitt im ersten Amtsjahr.

In der Gesamtbetrachtung verlief der Kursanstieg unter demokratischer Regentschaft gleichmäßiger, während im ersten Amtsjahr republikanischer Präsidenten per saldo die Kurse gefallen sind. Im ersten Amtsjahr von sechs der sieben republikanischen Amtszeiten gaben die Kurse nach, während sie unter fünf der sechs Demokraten im gleichen Zeitraum zulegten. Allerdings fiel der Studie zufolge das erste Amtsjahr eines republikanischen Präsidenten mehrfach mit einer Rezession oder auch mit den Ölpreisschocks der siebziger und achtziger Jahre zusammen.



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