Preisabsprachen EU verhängt Millionenstrafe gegen Gummi-Kartell

Für Preisabsprachen müssen fünf Gummihersteller tief in ihre Kassen greifen. Die EU-Kommission verhängte die zweithöchste Kartellstrafe ihrer Geschichte gegen die Unternehmen. Nur der deutsche Bayer-Konzern kommt noch einmal glimpflich davon.


Brüssel - Die europäische Kommission hat gegen fünf Gummihersteller Bußgelder in Höhe von insgesamt 519 Millionen Euro verhängt. Das ist die zweithöchste Kartellstrafe in der Geschichte der EU. Ihr bisher höchstes Bußgeld hatte die EU vor fünf Jahren mit 790,5 Millionen Euro vor fünf Jahren gegen ein Vitaminkartell verhängt.

Chemiekonzern Bayer: Von einer Kronzeugenregelung profitiert
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Chemiekonzern Bayer: Von einer Kronzeugenregelung profitiert

Die Kommission wirft den Unternehmen Preisabsprachen und die Aufteilung von Kunden bei bestimmten Kautschuksorten vor. Das teilte der Sprecher der EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes heute in Brüssel mit. Diese Kautschuksorten werden vor allem für Reifenherstellung, Schuhsolen, Bodenbeläge und Golfbälle verwendet.

Zu den betroffen Unternehmen zählten der Leverkusener Chemiekonzern Bayer Chart zeigen, der US-Chemiekonzern Dow Chemical Chart zeigen, der britisch-niederländische Mineralölriese Shell Chart zeigen, die italienische Eni, die tschechische Unipetrol und das polnische Unternehmen Trade-Stomil, hieß es. Diese Unternehmen seien mindestens von 1996 bis 2002 am Kartell beteiligt gewesen. Bayer sei jedoch von der Geldbuße freigestellt, da es das Kartell als erstes Unternehmen aufgedeckt habe. Der Leverkusener Konzern habe von einer Kronzeugenregelung profitiert; andernfalls wäre auf das Unternehmen eine Strafe von 204 Millionen Euro zugekommen.

"Die Kommission hat in dieser Sache empfindliche Geldbußen verhängt", sagte Kommissarin Kroes. "Sollten Unternehmen sich jedoch weiterhin an Kartellen beteiligen, so müssen sie in Zukunft mit noch höheren Strafen rechnen", warnte sie.

Die höchste Strafe verhängte die Kommission gegen die italienische Eni. Das Unternehmen soll gut 272 Millionen Euro zahlen. Shell wird mit knapp 161 Millionen Euro, Dow mit 65 Millionen Euro und 17,6 Millionen Euro und Trade-Stomil mit 3,8 Millionen Euro zur Kasse gebeten. Eni hat bereits angekündigt, gegen diese Entscheidung beim Europäischen Gericht Erster Instanz zu klagen.

kaz/dpa-AFX/Reuters



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