Preisgeschacher Villenkauf bringt Linde-Chef Reitzle unter Druck

Juristischer Ärger für den Linde-Chef: Wolfgang Reitzle soll den Preis seiner Villa runtergehandelt haben - und dem Verkäufer im Gegenzug die Betreuung des Baus der Linde-Zentrale versprochen haben.

München - Die Staatsanwaltschaft München habe einen schriftlichen Hinweis bekommen, dass es wegen des Kaufs einer Immobilie ein Gespräch über Möglichkeiten zur Reduzierung des Preises gegeben haben soll, bestätigte Oberstaatsanwalt Anton Winkler heute einen Bericht des SPIEGEL. "Es ist ein Hinweis, den wir überprüfen müssen. Wir wissen nicht, ob die Behauptung Wahrheitsgehalt hat." Es gebe bisher keine Ermittlungen.

Nach Informationen des SPIEGEL wollte der Vorstandschef von Linde im vergangenen Jahr in München-Bogenhausen eine Villa für 7,8 Millionen Euro erwerben. Den Preis sollte sein Unternehmen zahlen. Sowohl Reitzle als auch der Aufsichtsratsvorsitzende von Linde, Manfred Schneider, hätten bestätigt, der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden sehe vor, dass das Unternehmen ihm ein Wohnhaus zur Verfügung stelle.

Der Verkäufer der Villa in München-Bogenhausen, Immobilienunternehmer Christian Krawinkel, habe erklärt, Reitzle habe vorgeschlagen, das Haus "optisch" billiger zu machen. Krawinkel sollte das Haus zu etwa fünf Millionen verkaufen und gleichzeitig den Bau der neuen Hauptverwaltung für Linde   in München betreuen können. Aus diesem Auftrag solle Krawinkel die Kaufpreisdifferenz zufließen.

Reitzle sagte dem SPIEGEL dazu: "Es war Herr Krawinkel, der die Idee aufbrachte, den Preis des Wohnhauses dann reduzieren zu wollen, wenn er die Beauftragung für den Bau der Firmenzentrale erhalten würde." Er selbst habe Manipulationen am Kaufpreis "weder vorgeschlagen noch vereinbart".

sam/dpa

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