Preisschlacht Edeka kündigt Billigoffensive an

Nach der Spar-Übernahme will der Edeka-Konzern den Preiskampf im deutschen Einzelhandel anheizen. Alfons Frenk, Chef des nunmehr größten deutschen Lebensmittelanbieters, kündigte Preissenkungen an.


Edeka-Einkaufswagen: Gewinne bleiben nicht in der Kasse

Edeka-Einkaufswagen: Gewinne bleiben nicht in der Kasse

Frankfurt am Main - Die am vergangenen Donnerstag angekündigte Übernahme des Konkurrenten Spar durch Edeka werde den Kunden niedrigere Preise bringen, sagte Frenk der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Was wir auf der Beschaffungsseite gewinnen, behalten wir nicht in der Kasse, sondern wir geben das im Ladenverkaufspreis weiter." Das sei mit Blick auf die Discounter-Konkurrenz auch nötig.

Der Wettbewerb werde härter, weil mit einer Reduzierung des Überangebots an Verkaufsflächen nicht zu rechnen sei. Im Gegenteil gehe der Trend im Handel zu immer größeren Supermarktflächen. Bei Neueröffnungen seien Edeka 1500 Quadratmeter und mehr am liebsten. Der Handelsmanager räumte ein, dass die Verkaufsflächen insgesamt von Jahr zu Jahr steigen, trotz einer stagnierenden Branchenkonjunktur. "Daran sehen Sie, welcher enorme Druck im Kessel herrscht."

Zur Übernahme der Billigkette Netto sagte Frenk, das Ziel von Edeka sei sicher nicht, im Discountbereich die Nummer eins zu werden. Kerngeschäft der Gruppe bleibe der an Markenartikeln orientierte Supermarkt.

Den Vorwurf der Industrie, die neue Einkaufsmacht allzu rigide zu nutzen, wies der Edeka-Chef zurück. Entsprechende Befürchtungen hatte der Markenverband geäußert und vor einem "Hochzeitsbonus" gewarnt.



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