Problem-Flugzeug Airbus A400M könnte sich um vier Jahre verzögern

Der Pannenflieger A400M macht weiter Ärger. Die Auslieferung des Airbus dauert laut Verteidigungsminister Jung noch bis zu vier Jahre. Trotzdem denken die Bestellländer über eine Fristverlängerung für den Hersteller nach. Eine Entscheidung soll am Freitag fallen.

Frankfurt/Main - Der Airbus-Militärtransporter A400M lässt noch länger auf sich warten als gedacht. Nachdem die Auslieferung wegen technischer und anderer Schwierigkeiten bereits mehrfach verschoben wurde, sehe es jetzt so aus, als würde sie sich um vier Jahre verzögern, sagte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Freitag.

Computersimulation des A400M: "Eine einzigartige Fähigkeit"

Computersimulation des A400M: "Eine einzigartige Fähigkeit"

Foto: ddp

Vor einem halben Jahr war die Bundesregierung demnach noch von einer Verspätung von "mindestens 18 Monaten" ausgegangen. Die Verteidigungsminister der sieben Bestellernationen wollen am Freitag in Le Castellet bei Nizza über den Flieger beraten.

Nach Informationen des SPIEGEL ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass die Verteidigungsminister dann ihre Drohung, den Kaufvertrag wegen nicht erbrachter Leistungen zu kündigen, wahr machen. Die Verantwortlichen sollen sich bereits darauf verständigt haben, dabei zu bleiben und "hart" über die Erfüllung der Verträge zu verhandeln.

In der "FAZ" zeigte sich Jung jetzt dafür offen, die Frist für den Hersteller, die EADS-Tochter Airbus Military, noch einmal bis Jahresende zu verlängern, um ein Konzept für die Zukunft des Flugzeugs vorzulegen. "Wenn der A400M am Ende kann, was er verspricht, stellt er eine einzigartige Fähigkeit dar", sagte er. Der Minister pochte allerdings darauf, "dass der Umfang von Kosten und Leistungen gewahrt bleibt". Der Vertrag müsse eingehalten werden.

Jung hob hervor, dass der Vertrag die Möglichkeit biete, die Bestellung wegen der Verzögerung zu kündigen. Für den europäischen Rüstungskonzern EADS  würde das eine Zahlung von knapp sechs Milliarden Euro nach sich ziehen. Auch bei Fortsetzung des Projektes ergäben sich nach dem Vertrag Konsequenzen für den Hersteller "bis hin zu Vertragsstrafen".

"Wir fordern jetzt vom Hersteller Transparenz: Kann er die Leistungen erbringen oder müssen wir aus dem Projekt aussteigen?", sagte Jung der "FAZ". Bei dem Treffen in Nizza am Freitag wolle man zu einer Übereinkunft kommen, was aber nicht bedeute, "dass wir nicht noch aus dem Vertrag aussteigen könnten". Wichtig sei nun, dass die sieben Bestellerländer zusammenhielten und eine gemeinsame Entscheidung fällten.

Insgesamt liegen für die A400M 192 Aufträge im Wert von rund 20 Milliarden Euro vor. Die deutsche Luftwaffe soll 60 Maschinen bekommen.

Problemfälle bei Airbus

can/AFP

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.