Problem-Jet Airbus stellt neues A350-Design vor

Nachdem Großkunden teils brutale Kritik am Design des geplanten Langstrecken-Airbus A350 geübt hatten, haben die Ingenieure noch einmal nachgebessert. Einem Zeitungsbericht zufolge werden die Ergebnisse jetzt schon den ersten Airlines präsentiert.


New York - Vor wenigen Tagen sollen Airbus-Vertreter damit begonnen haben, Managern von Fluggesellschaften informell eine überarbeitete Version des A350 vorzustellen, schreibt das "Wall Street Journal". So sollten in der Economy Class neun statt bisher acht Sitze in einer Reihe Platz finden, berichtet die Zeitung. Erste Kundenreaktionen seien positiv ausgefallen.

Altes A350-Design: Wird nun auch der Name geändert?
Airbus

Altes A350-Design: Wird nun auch der Name geändert?

Airbus könnte noch im Juni vom Board die formelle Genehmigung erhalten, das Flugzeug in seiner veränderten Form zu verkaufen, so der Bericht. Unklar sei noch, wer die Triebwerke liefert und welchen Namen das Flugzeug erhält. Als Folge des Re-Designs werde Airbus die neue Maschine möglicherweise erst 2012 ausliefern - und damit zwei Jahre später als bisher geplant und sogar vier Jahre nach dem Marktstart des 787 "Dreamliner" vom Wettbewerber Boeing Chart zeigen, der am Markt bisher viel besser angekommen ist.

Airbus hatte den vom A330 abgeleiteten A350 erstmalig im Jahr 2004 vorgestellt. Mehrfach musste der Hersteller seither bei Reichweite, Größe und Passagierkomfort Verbesserungen vornehmen. Gegenwärtig hat Airbus 182 Vorbestellungen und Optionen von 14 Kunden für das Flugzeug, bei Boeing sind es für die 787 insgesamt 403 Vorbestellungen von 29 Kunden.

Airbus-Chairman Noel Forgeard hat jüngst Spekulationen bestätigt, wonach geprüft wird, den A350 völlig umzuarbeiten. Damit könnten sich die Entwicklungskosten auf etwa zehn Milliarden Dollar verdoppeln.

Möglich ist laut "WSJ" der Bau einer ganz neuen Modellfamilie aus drei Jets. Alle drei Maschinen könnten größer ausfallen als der ursprüngliche A350-Entwurf und überdies eine größere Reichweite haben. Einer der Typen werde sogar einen größeren Aktionsradius bekommen als die 787.

Unklar ist, ob es beim Namen A350 bleibt. Zur Diskussion stünden auch A280, A480 oder sogar A880, weil die "8" in weiten Teilen Asiens eine Glückzszahl ist. Ob es eine Umbenennung gibt, sei aber unklar - einige Airbus-Manager wollten die Namensänderung des Programms vermeiden, weil sie diese für eine Blamage hielten.

itz/Dow Jones



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