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Medizin Probleme mit Blutanalyse-Maschinen von Siemens Healthineers

Weil wichtige Reagenzien nur noch eingeschränkt ausgeliefert werden, kommt es teilweise zu Engpässen bei Bluttests. Auch im Notfall wichtige Analysen wie die des Herzinfarkt-Markers Troponin sind betroffen.
aus DER SPIEGEL 4/2022
Blutprobe

Blutprobe

Foto: Eibner / IMAGO

Krankenhäuser und Labore leiden unter Lieferengpässen bei Standard-Blutuntersuchungen. Einer der wichtigsten Anbieter, Siemens Health­ineers, liefert seit November 2021 nur noch eingeschränkt wichtige Reagenzien aus. Diese sind essenziell für den Betrieb der Siemens-Analysemaschinen.

»Von den Lieferengpässen sind auch Laboruntersuchungen betroffen, die zeitnah erbracht werden müssen, etwa Nieren- und Leberwerte oder der Herzinfarkt-Marker Troponin«, sagt Ralf Junker, Direktor des Instituts für Klinische Chemie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.

Aus: DER SPIEGEL 4/2022

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Siemens Healthineers begründet die Ausfälle mit Engpässen sowie signifikanten Preissteigerungen bei Roh­stoffen, der Verfügbarkeit von Arbeitskräften sowie mit Störungen in der Transportlogistik. Man investiere in die Optimierung der Lieferketten.

Ärzte kritisieren die schleppende Informationspolitik von Siemens Healthineers. »Dass in der aktuellen Situation punktuell Lieferengpässe entstehen, lässt sich vermutlich nicht vermeiden«, sagt Junker. Die restriktive Informationspolitik der großen Diagnostika-Anbieter sei jedoch »schwer nachvollziehbar«. Siemens Healthineers sagt, man habe Verständnis für Kundennachfragen und informiere »so zeitnah wie möglich«.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Engpässe bei der Versorgung von Krankenhäusern mit Verbrauchsmaterialien des täglichen medizinischen Bedarfs. So gab es Lieferprobleme bei Einmalhandschuhen. Der Medizinprodukte-Hersteller B. Braun teilte seinen Kunden im Oktober vergangenen Jahres mit, dass man mit »Lieferunterbrechungen, Verzögerungen und Teillieferungen« bei bestimmten Kanülen für venöse Zugänge rechnen müsse.

Auch ein anderer großer Laborlieferant machte inmitten der Coronakrise Probleme. Der Schweizer Hersteller Roche konnte zeitweise nicht alle Bestellungen von Chemikalien bedienen, die für den Betrieb von Roche-PCR-Testmaschinen benötigt werden. Da die begehrte Ware weltweit stark nachgefragt war, entschied sich Roche für eine Priorisierung. Man beliefere vorwiegend vernetzte Labors mit großer Kapazität und einer großen Versorgungsreichweite, so Roche damals gegenüber dem SPIEGEL.

mum
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