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BOSS Probleme mit den Frauen

aus DER SPIEGEL 29/2001

Schlechter als erwartet läuft Boss Woman, die unter großem PR-Getöse gestartete Damenmode-Kollektion des schwäbischen Bekleidungskonzerns Boss. Vergangene Woche trat Grit Seymour, 35, ab, die für die Damenkollektion verantwortliche Chef-Designerin; Massimo Suppancig, 41, Vorstandsvorsitzender der Tochtergesellschaft Hugo Boss S.p.A. in Corsico bei Mailand, scheidet Ende des Monats aus. Erst vor drei Jahren war Suppancig in den Boss-Vorstand nach Metzingen geholt worden, um bei dem Herrenbekleidungskonzern eine Damenmode-Abteilung aufzubauen. Der Italiener war zuvor im Vorstand der Modefirma Escada für Marketing und Vertrieb zuständig. Suppancig werden gravierende Probleme im Vertrieb angelastet. So erhielten Händler bestellte Ware zum Teil unvollständig, anderen wurden Kleider geliefert, die sie nicht bestellt hatten. Die renommierte Modemacherin Seymour, ein ehemaliges DDR-Model und Designerin bei Donna Karan, Max Mara und Daniel Hechter, die 1999 zu Boss gekommen war, fand mit ihrer Kollektion keine überschwängliche Begeisterung. Ihre Nachfolgerin ist die Italienerin Caterina Salvador, bislang die Nummer zwei bei Boss Woman. Suppancigs Job übernimmt der Boss-Chef Werner Baldessarini, 56. Boss Woman wird ein Stück Eigenständigkeit verlieren: Die Damenmode soll künftig zusammen mit der Herrenkollektion präsentiert werden. Baldessarini hält an seinem Umsatzziel für dieses Jahr fest: Boss Woman soll 110 Millionen Mark zu dem Gesamtumsatz von 1,8 Milliarden Mark beitragen.

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