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aus DER SPIEGEL 23/1972

Der Rechenschieber der Zukunft ist eine kleine Handvoll Elektronik: Die transistorisierten Taschenrechner werden immer kleiner und immer beliebter. Die meisten freilich sind einem geübt gehandhabten Rechenschieber unterlegen, da sie nur die Grundrechenarten beherrschen. Anders der HP-35 von Hewlett-Packard: Das halbpfündige Gerät, das wirklich in jede Hemdtasche paßt, bietet nicht nur Arithmetik, sondern auch logarithmische und trigonometrische Funktionen, und zwar mit zehnstelliger Genauigkeit (eine entsprechende neunstellige Logarithmentafel wöge mehrere Zentner). Es verfügt zudem über vier Register und einen Konstantenspeicher: Auch größere Rechenoperationen können so bewältigt werden, ohne daß Zwischenergebnisse notiert und wieder eingetastet werden müßten. (Hersteller: Hewlett-Packard; Festpreis: 1987 Mark.)

Immer mehr Bedienungskomfort bieten die Produzenten von Fernsehgeräten an: Die italienische Autovox hat jetzt einigen Typen, die hierzulande und unter anderem Namen nur von Quelle vertrieben werden, den (bei besseren Radios bereits gebräuchlichen) Sendesuchlauf eingebaut -- ein zarter Touch auf einen Sensorpunkt genügt da, und der Apparat pegelt selbsttätig die nächste Station ein. Das ist sinnvoll bei mobilen TV-Liebhabern, die mit ihrem Portabel reisen und die Sender sonst immer von Hand nachstimmen müßten: bei einem stationären Color-Gerät hat dieser »Telecomputer« wohl eher spielerischen Wert. Die Technik dieser Geräte ist extravaganter als ihr Design, das leider keinerlei italienische Formfreude ausstrahlt. (Vertrieb: Quelle; Festpreise: Colorgerät ab 2195, Schwarz-Weiß-Portabel 528 Mark.)

Das größte Gesichtsfeld unter den Schmalfilmkameras besitzt seit neuestem die Nizo S 30, das kleinste Modell aus dem nicht nur ästhetisch ansehnlichen Typenangebot von Braun/Nizo. Denn speziell für die S 30 gibt es jetzt einen Superweitwinkelvorsatz, der ihr einen Bildwinkel von 70 Grad verschafft (etwa was das 28-Millimeter-Objektiv einer Kleinbildkamera zu fassen vermag). Vorteile: Das Bild kann kaum noch verwackelt werden, die Tiefenschärfe ist siebenmal größer als zuvor. (Hersteller: Braun A.G.; Preis: etwa 150 Mark.)

Ein neues Klebewerkzeug für Leute, die sich nicht gern die Finger klebrig machen, ist der »Hermafix-Spendomat«, der von einer Rolle mit annähernd zwölf Meter zweiseitig selbstklebendem Band wahlweise etwa pfenniggroße Schnipsel oder auch lange Klebestreifen abgibt, je nachdem, ob der Benutzer das Gerät nur kurz aufsetzt oder es über die Anbringungsfläche rollen läßt. Besonders einfach können mit dieser Methode Photos und Belege aufgeklebt werden; und die lassen sich (anders als angeleimte) notfalls auch unbeschädigt wieder ablösen. (Hersteller: Herma; Preis: etwa 9 Mark; Nachfüllrolle: etwa 3 Mark.)

Ein zweischneidiges Vergnügen beschert den Naßrasierern der neue »Gillette G II« -- er schabt mit einer Doppelklinge, deren Schneiden in eineinhalb Millimeter Abstand parallel zueinander angebracht sind. Der Apparat, mit großem Reklame-Druck auf dem US-Markt bereits erfolgreich eingeführt (SPIEGEL 45/1971), soll gründlicher als andere Systeme rasieren, weil er von jeder Stoppel zweimal schneidet: Die neue »Tandemklinge« arbeitet »nach dem Prinzip, daß die erste Schneide ein Barthaar rasiert und etwas herauszieht, während die unmittelbar folgende zweite Schneide im gleichen Zug ein weiteres Stück abschneidet, ehe die Bartstoppel wieder in den Follikel zurückgewichen ist«. (Hersteller: Gillette; Festpreis zur Einführung: 6,95 Mark.)

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