Produktinnovation Chiquita testet Bananen mit Kunstgeschmack

Die Cola schmeckt nach Vanille, das Bier nach Cola, und der Ketchup ist grün: Auf der Suche nach neuen Kunden sind Lebensmittelfirmen experimentierfreudig geworden. Nun will ein weltbekannter Produzent erstmals im großen Stil Obst mit künstlicher Geschmacksverstärkung herausbringen.


Ewig gestriges Erzeugnis: In 30 Jahren habe sich das Produkt Banane kaum verändert, beklagt der Chef von Chiquita
DPA

Ewig gestriges Erzeugnis: In 30 Jahren habe sich das Produkt Banane kaum verändert, beklagt der Chef von Chiquita

New York - In Japan hat Chiquita International Brands, der größte Bananen-Vertreiber der Welt, bereits eine extrasüße Banane auf den Markt gebracht. Das war aus Sicht der amerikanischen Konzernstrategen nur der Anfang: In den USA und Europa sollen im nächsten Jahr Testversionen von besonders "fruchtig" schmeckenden Bananen angeboten werden, meldet die BBC.

Mit der Geschmacksinitiative wolle Chiquita das Produkt Banane wieder stärker ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken, heißt es. Außerdem solle das Staudenobst so von seinem "langweiligen Image" befreit werden. Neben den süßeren Bananen experimentiere die Firma auch mit besonders cremigen Bananen, heißt es.

Starbucks der Bananenwelt

Bisher will Chiquita nicht genau mitteilen, welche Geschmacksstoffe dem Obst beigefügt werden sollen. Konzernchef Fernando Aguirre aber sagte der Nachrichtenagentur AP, er sei sehr ermutigt von Labortests, bei denen auch Bananen mit verschiedenen Größen und Konsistenzen hergestellt worden seien.

Aguirre sagte, das Produkt Banane sei in den vergangenen 30 Jahren kaum verändert worden. Nun habe er vier oder fünf neue Geschmacksrichtungen selbst getestet, etwa acht seien bereits entwickelt worden. Der nächste Schritt sei nun, zu prüfen, ob Kunden dafür mehr zu zahlen bereit seien als für konventionelle Bananen.

Aguirre selbst gibt sich zuversichtlich: Vor ein paar Jahren habe man es für unmöglich gehalten, sagte er, dass man vier, fünf Dollar für eine Tasse Kaffee zahlen würde. Dies sei durch den Erfolg von Starbucks Chart zeigen anders geworden. Chiquita wolle nun für die Banane das tun, was Starbucks für den Kaffee getan habe.



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