Produktionssteigerung Toyota will schon 2006 Weltmeister werden

Der Autobauer Toyota will im kommenden Jahr zehn Prozent mehr Modelle produzieren als 2005. Damit ist praktisch sicher, dass die Japaner den US-Konkurrenten GM in der zweiten Jahreshälfte als Weltmarktführer ablösen.


Nagoya - Toyota Chart zeigen teilte mit, man werde 2006 voraussichtlich 9,06 Millionen Autos bauen. Der Absatz werde dabei um etwa zehn Prozent zulegen. So will Toyota nach eigenen Angaben erstmals zum Weltmarktführer aufsteigen. Vor allem auf den Auslandsmärkten erwartet der Konzern eine gute Entwicklung. Dort rechnet der Konzern mit einem Absatzplus von zwölf Prozent. Auf dem Heimatmarkt in Japan peilt Toyota ein Absatzplus von vier Prozent an.

Toyota-Chef Katsuaki Watanabe im RAV4: Der Weg an die Spitze dauert nur noch wenige Monate
REUTERS

Toyota-Chef Katsuaki Watanabe im RAV4: Der Weg an die Spitze dauert nur noch wenige Monate

"Toyota wird Ende 2006 wahrscheinlich der größte Autohersteller der Welt sein", kommentierte Richard Hilgert, Autoanalyst der Ratingagentur Fitch, die Ankündigung. Georg Stürzer von der HVB geht davon aus, dass Toyota General Motors Chart zeigen Ende 2006, spätestens Anfang 2007 an der Weltspitze ablösen wird.

GM selbst schätzt, dass 2005 einschließlich der europäischen GM-Standorte mit der deutschen Tochter Opel weltweit 9,08 Millionen Fahrzeuge von den Bändern laufen werden. Eine Prognose für 2006 hat der US-Autobauer nicht abgegeben. GM hatte angesichts von Überkapazitäten und Absatzproblemen auf seinem Heimatmarkt den Sparkurs unlängst verschärft und streicht binnen drei Jahren 30.000 Stellen. Das bedeutet den Abbau fast jedes zehnten Arbeitsplatzes weltweit. Die europäischen GM-Standorte sind davon nicht berührt.

Koreaner und Japaner schwer zu bremsen

Dem von Konzernchef Rick Wagoner vorgestellten Sanierungsplan zufolge soll die Produktion von zwölf nordamerikanischen Werken gedrosselt oder ganz eingestellt werden. GM hat in diesem Jahr bereits einen Verlust von annähernd vier Milliarden Dollar angehäuft.

Auch Ford Chart zeigen kämpft mit Absatzproblemen und ist wegen hohen Kosten für die Krankenversicherung von Mitarbeitern zu massiven Einsparungen gezwungen. Es wird erwartet, dass bei Ford in Nordamerika binnen fünf Jahren ebenfalls bis zu 30.000 Stellen wegfallen und mindestens zehn Werke geschlossen werden. An seinen deutschen Standorten will Ford bis Jahresende mindestens 1000 Stellen abbauen. Die Autosparte des Konzerns hat in Nordamerika in diesem Jahr bisher einen Milliarden-Verlust eingefahren.

GM und Ford können sich die von ihnen selbst initiierte Rabattschlacht auf ihrem Heimatmarkt nicht mehr leisten, während japanische und koreanische Autobauer ihnen immer mehr Marktanteile abnehmen. Auch in Europa hält der Vormarsch asiatischer Autobauer an. Toyota hatte Ford unlängst bereits vom zweiten Platz der größten Autobauer verdrängt.



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