Produktionsverlagerung Bentley soll in Dresden gebaut werden

Um eine bessere Auslastung seiner Werke zu erreichen, muss Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder die konzerninterne Arbeitsaufteilung neu organisieren. Die Gläserne Manufaktur zum Beispiel wird bald die Montage der Luxusliner von Bentley übernehmen.


Gläserne Manufaktur: Kapazitäten frei
DPA

Gläserne Manufaktur: Kapazitäten frei

Dresden/Wolfsburg - Die Vorbereitungen zur Montage des Luxusautos Bentley in Dresden laufen nach einem Bericht der "Sächsischen Zeitung" auf Hochtouren. Derzeit werde in Zwickau die Produktion von fertig lackierten Karosserien für eine viertürige Limousine vorbereitet. Dem Blatt zufolge soll ein Teil Bentley-Jahresproduktion ab Anfang 2005 in Dresden gefertigt werden.

Bislang hatte der zum Volkswagen-Konzern laut Medienberichten lediglich die Möglichkeit erwogen, im Dresdner Werk neben der VW-Oberklasselimousine Phaeton auch das rund 140.000 Euro teure Luxuscoupe GT zu montieren. Dies könne Sinn machen, weil das englische Bentley-Stammwerk in Crewe gut ausgelastet und in Dresden Kapazitäten frei seien, hatte Bentley-Chef Franz-Josef Paefgen kürzlich in einem Interview gesagt.

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Das Dresdner VW-Werk ist wegen der unerwartet schwachen Verkäufe des Phaeton nicht ausgelastet. Lediglich 25 Fahrzeuge werden dort derzeit pro Tag montiert, die Fertigung von 150 Autos wäre möglich. 2003 hatte VW rund 6500 Phaeton verkauft, im laufenden Jahr soll der Absatz auf rund 8000 Autos steigen.

An der Produktion von Oberklasse-Fahrzeugen unter dem VW-Logo will Konzernchef Pischetsrieder trotz der Anlaufschwierigkeiten festhalten. Der "C1", der als Nobellimousine zwischen Phaeton und Passat angesiedelt sein sollte, wird dagegen vorläufig auf Eis gelegt. Das Projekt werde nicht mehr wie angedacht in diesem Jahrzehnt umgesetzt, sagte ein VW-Sprecher am Dienstag. Nach einem Bericht der "Wolfsburger Nachrichten" fehlt den Technikern ein überzeugendes Konzept und es benötigt zu hohe Entwicklungskosten. Zudem hätte der Wagen in starker Konkurrenz zum Modell A6 der Tochter Audi gestanden.

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Wie es aus gut informierten Kreisen des Unternehmens hieß, wird ein anderes Modell als der "C1", das ebenfalls die preisliche Lücke schließen soll und bei knapp über 40.000 Euro liegen könnte, voraussichtlich im Jahr 2007 oder 2008 auf den Markt gebracht.

Der Konzernbetriebsratsvorsitzende Klaus Volkert bezeichnete die Entscheidung als richtig. "Wir müssen derzeit andere Prioritäten setzen, in zwei Jahren wissen wir mehr", sagte er am Rande der VW-Tarifverhandlungen. Ursprünglich sollte das Modell im Jahr 2007 erscheinen.



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