Projekt elektronische Steuererklärung Bundesunternehmen verschleudert 900 Millionen Euro

Mit einer bundeseinheitlichen Software für die Lohnsteuererklärung wollten die Finanzbehörden das Steuernzahlen zum Kinderspiel machen. Doch bei der Entwicklung gingen die Verantwortlichen so dilettantisch vor, wie Toll Collcet bei der Einführung der Lkw-Maussystems. Jetzt droht dem 900 Millionen Euro teuren Projekt das Aus.


Formulare zur Steuererklärung: Neuer Anlauf nach 900 verschwendeten Millionen
DPA

Formulare zur Steuererklärung: Neuer Anlauf nach 900 verschwendeten Millionen

Berlin - Die eigens von Bund und Ländern gegründete Firma Fiskus prüfe, 13 Jahre erfolgloser Entwicklung für ein Lohnsteuerprogramm zu begraben und das vorhandene Programm eines Bundeslandes weiterzuentwickeln, berichtete der "Tagesspiegel am Sonntag" ohne Quellenangabe.

Ein Bericht eines externen Prüfers werde zudem harte Kritik an der mangelhaften Organisation bei Fiskus und seinen staatlichen Eigentümern üben, hieß es unter Berufung auf Regierungskreise.

Ein Sprecherin des Finanzministeriums sagte zu dem Bericht: "Wir wissen, dass es da Klärungsbedarf gibt. Die Gespräche laufen noch, es ist noch keine Entscheidungen gefallen."

Seit 1991 haben Bund und Länder dem Bericht zufolge mehr als 900 Millionen Euro für das Projekt ausgegeben, obwohl anfangs nur 170 Millionen Euro geplant gewesen seien.



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