Promi-Zeuge Piëch soll im VW-Prozess aussagen

Der zweite VW-Prozess wird wohl spannender und aufschlussreicher als der erste gegen Peter Hartz. Denn im Verfahren gegen den Ex-VW-Betriebsratschef Volkert soll nach dem Willen der Staatsanwälte auch VW-Patriarch Piëch vorgeladen werden.


Braunschweig - Der VW-Aufsichtsratschef stehe auf der Liste mit mit 41 Zeugen, die in der Anklage gegen Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert benannt seien, sagte der Sprecher der Behörde, Klaus Ziehe. Gleiches gelte für den Ex-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder. Beide waren bereits während der langwierigen Ermittlungen in der VW-Affäre vernommen worden.

"Es ist klar, dass sie dann auch in einem Prozess als Zeugen aussagen sollen", sagte Ziehe. "Wer geladen wird, entscheidet aber das Gericht." Ziehe zufolge soll auch der ehemalige VW-Personalvorstand Peter Hartz in einem Prozess gegen Volkert aussagen. Hartz ist bereits wegen Untreue zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 576.000 Euro verurteilt.

Im Kern ging es in seinem Prozess vor dem Landgericht Braunschweig um Sonderboni in Höhe von fast zwei Millionen Euro, die Hartz über Jahre hinweg heimlich an Volkert gezahlt hat. Spiegelbildlich dazu hat die Staatsanwaltschaft nun Volkert wegen Anstiftung zur Untreue in 48 Fällen angeklagt. Ob die Anklage zugelassen wird, muss das Landgericht noch entscheiden. Zusammen mit Volkert soll sich der frühere VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer vor Gericht verantworten. Er war für die Spesenabrechnung des Betriebsrates zuständig.

Die Staatsanwaltschaft wirft Gebauer Untreue in 40 Fällen und Anstiftung zum Betrug in einem Fall vor. Das Landgericht Braunschweig prüft derzeit, ob es ein gemeinsames Verfahren gibt. Mit einer Entscheidung wird nicht vor Ende April gerechnet.

itz/Reuters

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