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Arbeitswelt Prominente Frauen starten Petition

aus DER SPIEGEL 31/2021
Kampagnenmotiv

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Mit einer Petition wollen prominente Frauen Druck auf die Bundesregierung machen, sich stärker im Kampf gegen Sexismus, Belästigung und Machtmissbrauch am Arbeitsplatz zu engagieren. Die Initiative »TheLouderVoices«, die von Schauspielerinnen wie Ursula Karven und Katja Riemann, Unternehmerinnen wie Judith Dommermuth und Barbara Becker oder der Regisseurin Anika Decker unterstützt wird, zielt unter anderem darauf, dass sich die Regierung für die Ratifizierung einer entsprechenden Konvention starkmacht. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hatte 2019 eine Konvention verabschiedet, die Menschen vor sexueller Belästigung und Machtmissbrauch im Job schützen soll. Sie sieht etwa die Pflicht zur Einrichtung anonymer Meldestellen und rechtliche Hilfe für Betroffene vor. Bisher haben nur sieben Staaten die Konvention ratifiziert. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hatte 2019 eine zügige Unterzeichnung in Aussicht gestellt, doch dazu kam es nicht. Der Grund: Die Regelung berührt EU-Recht, offenbar gibt es in Brüssel Widerstand einzelner Staaten. Der juristische Dienst des Rates fertigt derzeit ein Gutachten an, das noch im Sommer erwartet wird. In Berlin heißt es, die Koalition sei sich einig, rasch unterschreiben zu wollen. Die Urheberinnen der Petition fordern indes, die Regierung müsse alternativ ein eigenes Gesetz auf den Weg bringen.

ih
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