SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

30. September 2005, 12:30 Uhr

ProSiebenSat.1

Vorstand hält Springer-Angebot für zu niedrig

Aufsichtsrat und Vorstand von ProSiebenSat.1 haben ihren Aktionären keine klare Empfehlung gegeben, ihre Vorzugsaktien an den Springer-Konzern zu verkaufen. Sie ließen sogar durchblicken, dass sie von dem Angebot nicht viel halten.

München - Ein Preis von 14,11 Euro entspreche zwar den gesetzlichen Vorgaben, hieß es heute in einer Mitteilung. Es spiegele aber nicht den vollen Wert der Anteilsscheine wider. Daher wollten die Führungsgremien keine Empfehlung abgeben. Der ProSiebenSat.1-Aktienkurs lag zuletzt knapp über der Offerte.

Firmenlogo von ProSiebenSat.1: Aktienkurs zuletzt knapp über der Offerte
AP

Firmenlogo von ProSiebenSat.1: Aktienkurs zuletzt knapp über der Offerte

Der Vorstand von ProSiebenSat.1 verwies darauf, dass die Kursziele der Analysten deutlich über dem Angebot von Springer lägen. Auch die Investmentbank Lehman Brothers sei in einem Gutachten zu dem Schluss gekommen, dass die Springer-Offerte nicht dem vollen Wert der ProSiebenSat.1- Vorzugsaktie entspreche. Der Vorstand betonte, dass er einem Zusammengehen von Springer und ProSiebenSat.1 grundsätzlich positiv gegenüber stehe. "Dabei behält sich der Vorstand jedoch vor, die mit einer Zusammenführung der Unternehmen verbundenen Vorteile sowie mögliche Wege einer Zusammenführung noch im Einzelnen zu prüfen."

Springer hatte sich Anfang August mit der Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban auf die Übernahme des TV-Konzerns geeinigt. Im Zuge der Übernahme muss der Verlagskonzern auch den Besitzern kleinerer Aktienpakete ein Angebot machen.

Die Offerte für die Vorzugsaktien orientiert sich am Kurs der Vorzugsaktien in den drei Monaten vor dem Übernahmeangebot. Dabei ist Springer nicht unbedingt daran interessiert, dass viele Aktionäre das Angebot annehmen, da dafür weitere Barmittel notwendig wären. Vielmehr plant der Konzern, die ProSiebenSat.1 AG nach erfolgreicher Übernahme mit der Axel Springer AG zu verschmelzen. Dabei sollen die ProSiebenSat.1-Aktionäre für ihre Anteilsscheine dann Aktien von Springer oder einem neuen gemeinsamen Unternehmen bekommen.

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung