Putins Moskau Leben und Sterben in der russischen Metropole

Es ist die Metropole der Milliardäre: Nirgendwo auf der Welt leben so viele Superreiche wie in Moskau. Das Geschäft mit Rohstoffen hat die Dollars ins Land gespült, und das neue Geld wird genussvoll ausgegeben: für die edelsten Marken, in den schrillsten Clubs und für die protzigsten Villen.


Mit harter Hand hat Präsident Putin Russland reformiert und Moskau zu einer glitzernden Weltstadt gemacht. Wenig erinnert noch an die sieben Jahrzehnte Plan- und Mangelwirtschaft, an den grauen Moloch der Sowjetzeit. Ein Bauboom hat die Stadt verändert und die Immobilienpreise explodieren lassen. Bis zu dreißig Tausend Dollar kostet der Quadratmeter in manchen Wohngegenden.

Der Baulöwe Aras Agalarov bewohnt ein Penthouse mit 300 Quadratmetern in einem selbstgebauten Gebäude im Moskauer Zentrum. 9 Millionen Dollar ist die Wohnung wert. Bei einem geschätzten Vermögen von 2 Milliarden Dollar, eine eher kleine Investition. Der Immobilien-Mogul weiß, was für Menschen wie ihn, außer einer repräsentativen Bleibe, sonst noch standesgemäß ist: „Eine Yacht, das Flugzeug, die Datscha und ein Chateaux in Frankreich oder Monaco"

Doch nicht alle Bewohner profitieren vom Aufschwung. Moskau ist auch die Metropole der Gescheiterten. Sie schlagen sich im Untergrund der 11-Millionen-Stadt durch, ohne Arbeit und ohne Perspektive. Statt freier Marktwirtschaft, regieren heute die Monopole. Und wie früher sind Vetternwirtschaft und Bestechung Alltag. Doch wer von Putins Gnaden Geld verdienen darf, tut dies hemmungslos und ohne viel soziale Verantwortung. Was unter dem Schlagwort Perestroika als neue Offenheit begann, ist heute eine gelenkte Demokratie in der Auftragsmorde, auch an Journalisten, an der Tagesordnung sind.

Moskaus Kaviar-Society macht sich die Hände selbst nicht schmutzig und bleibt gerne unter sich, nur selten gewährt sie Journalisten Einblick. Die SPIEGEL-TV Reporter Anna Sadovnikova, Peter Hell und Detlev Konnerth über das Leben und Sterben, der Reichen und der Armen in Russlands Metropole.



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