Quartalsbericht US-Geschäft verhilft Telekom zu Gewinnplus

Mit ihren Zahlen hat die Deutsche Telekom zwar die Erwartungen der Analysten übertroffen, die T-Aktie legt zu. Ein genauerer Blick auf die Quartalsbilanz aber zeigt: Sein Gewinnplus verdankt der Konzern allein einem Zuwachs bei T-Mobile USA - in Europa geht es hingegen bergab.


Firmen-Logo der Telekom: Altes Kerngeschäft und Internet-Ableger schrumpfen
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Firmen-Logo der Telekom: Altes Kerngeschäft und Internet-Ableger schrumpfen

Frankfurt am Main - Außer bei T-Mobile Deutschland sieht es auch in Großbritannien schlecht aus: Auch dort büßte die Telekom-Mobilfunktochter Umsatz ein und verfehlte beim operativen Gewinn die Erwartungen der Experten. So steht das US-Geschäft als Retter der Quartalsbilanz da - denn auch T-Com und T-Online verloren.

Im Gesamtkonzern sei das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im ersten Quartal um 5,2 Prozent auf 4,92 Milliarden Euro gestiegen, so die Telekom. Die Mobilfunksparte verbesserte ihr bereinigtes Ebitda um 15,6 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. T-Mobile Deutschland trug dazu 825 Millionen Euro bei, die viel kleinere US-Tochter 602 Millionen Euro.

Die Ergebnisverbesserung im Mobilfunk muss auch den anhaltenden Rückgang des bereinigten Ebitda in der Sparte Breitband/Festnetz wettmachen. Dieses sank um 2,9 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, was die Telekom mit wettbewerbsbedingten Verlusten im Festnetzgeschäft begründete. Der Umsatz von T-Com und T-Online sank um 4,4 Prozent auf 6,64 Milliarden Euro. In der Geschäftskunden-Sparte stieg das bereinigte Ebitda auf 396 von 394 Millionen Euro.

Nach Steuern verbesserte Europas größter Telekommunikationskonzern den Gewinn auf 1,01 Milliarden Euro - nach 632 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. 18 von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem bereinigten Ebitda von 4,95 Milliarden Euro und einem Überschuss von 1,05 Milliarden Euro gerechnet.

Analyst: Ein paar negative Überraschungen gibt es

Der Konzernumsatz stieg um 3,5 Prozent auf 14,38 Milliarden Euro. Der Konzern habe rund 40 Prozent des Umsatzes im Ausland erwirtschaftet, so die Telekom. Auch dieser Anstieg sei vor allem von T-Mobile USA getragen gewesen. Im Vergleich zum Ende des Jahres habe sich die Zahl der Mobilfunkkunden in den USA um netto 957.000 auf 18,3 Millionen Ende März erhöht. In Deutschland stieg die Kundenzahl lediglich um 0,4 Prozent auf 27,6 Millionen. Auf dem Heimatmarkt büßte T-Mobile zum Vorjahr 2,2 Prozent Umsatz ein auf 2,07 Milliarden Euro. Noch stärker war der Rückgang in Großbritannien, wo der Umsatz um 12,8 Prozent auf 988 Millionen Euro sank, während er in den USA um 26,5 Prozent auf rund 2,6 Milliarden Euro.

Die Telekom bekräftigte ihre Prognose für 2005, wonach sie weiter ein bereinigtes Ebitda zwischen 20,7 und 21 Milliarden Euro erwartet.

T-Aktien legten im frühen Handel um 0,48 Prozent auf 14,61 Euro zu. "Die operative Entwicklung liegt in etwa im Rahmen der Erwartungen", sagte Merck-Finck-Anlayst Udo Becker. Der schwächere Kapitalfluss und die Nettoverschuldung hätten ihn jedoch negativ überrascht. Da das Unternehmen den Gesamtjahresausblick jedoch bestätigt habe, werde er seine Schätzungen unverändert belassen.



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